Fachtag in Edelhof: "Klimafitte Wälder für das Waldviertel"
EDELHOF. Beim traditionellen Fachtag „Wald und Holz“, der am Freitag, 28. Oktober, an der Fachschule Edelhof stattfand, loteten Forstexperten den Einfluss der Klimaerwärmung auf den Wald aus. Direktorin Michaela Bauer freute sich als Gastgeberin über die rund 200 interessierten Besucher, darunter Bezirkshauptmann Michael Widermann und LK-Vizepräsidentin Theresia Meier.

Die Vortragenden waren sich einig, dass verlässliche Prognosen für die Waldentwicklung sehr schwierig zu erstellen sind, weil es viele Unbekannte, wie die Geschwindigkeit der Erderwärmung und die Entwicklung der Niederschlagsmengen gibt. Für Forstdirektor Werner Löffler ist jedoch sicher, dass künftig verstärkt auf einen möglichst naturnahen Waldaufbau mit standorttauglichen Baumarten geachtet werden muss. „Nur mit stabilen Mischwäldern und fachgerechter Waldpflege kann der Klimaerwärmung erfolgreich begegnet werden. Wie sich schon in den letzten Jahren gezeigt hat, kommt es bei der Fichte besonders bei längeren Trockenperioden und durch Hitze zu starken Ausfällen. Hinzu kommen noch die Gefährdungen durch die Borkenkäfer und das Wild. Hier gilt es entgegenzuwirken und vitale Mischbestände aufzubauen, um den Wald klimafit zu machen“, so Löffler. Direktorin Michaela Bauer freute sich als Gastgeberin über die rund 200 interessierten Besucher, darunter Bezirkshauptmann Michael Widermann und LK-Vizepräsidentin Theresia Meier.
25 Jahre Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Edelhof
Im Rahmen des Fachtages wurde das Jubiläum 25 Jahre Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Edelhof feierlich begangen. Herbert Grulich gab einen Rückblick auf das Vierteljahrhundert erfolgreiche Waldbewirtschaftung. „Im Jahr 1991 wurde der Verein zur Förderung der Waldpflege im Waldviertel vom damaligen Direktor Adi Kastner als Obmann ins Leben gerufen. Engagierte Vertreter der Landwirtschaftskammer, der Bezirksforstinspektion und der Fachschule Edelhof standen damals an der Wiege der WWG, die beispielgebend für weitere Initiativen in Niederösterreich war“, betonte Grulich. „Heute umfasst der Waldpflegeverein Waldviertel 124 Betriebe mit einer Gesamtfläche von rund 3000 Hektar“, erklärt WWG-Obmann Josef Beneder stolz. „Neben der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit steht bei uns auch das Know-how rund um die richtige Waldbewirtschaftung im Vordergrund. Daher zählen die Begründung von Mischwäldern, Waldpflege und der gemeinsame Holzverkauf zu den wichtigsten Tätigkeiten der WWG“, so Fortwirtschaftsmeister Beneder.
Klimafitte Wälder für das Waldviertel
Über den Themenbereich „Klimawandel und Forstschutzprobleme“ referierte Karl Schuster von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Auch für Schuster ist die Fichte künftig durch die Klimaerwärmung stark bedroht, hingegen werden sich Baumarten wie die Eiche weiter ausbreiten. Zudem werden zahlreiche neue Schädlinge im Wald durch höhere Temperaturen begünstigt. Schuster beleuchtete auch den Themenbereich „Alternative Baumarten als Antwort auf den Klimawandel unter spezieller Berücksichtigung der Douglasie“. Silvio Schüler, Institut für Genetik BFW, hielt einen Vortrag über „Gibt es die trockenresistente Fichte? Kann die Genetik beim Klimawandel helfen?“. Waldbauliche Empfehlungen und Fördermaßnahmen für das Waldviertel unter Berücksichtigung des Klimawandels gab es von Lukas Baumgartner, Forstabteilung der NÖ Landesregierung. Abschließend fand eine Exkursion zur Österreichischen Bundesforste AG Krems zum Thema: „Klimafitte Wälder für das Waldviertel“ statt, die Johann Mattes, Österreichische Bundesforste, leitete.


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