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ZWETTL. „Es tut weh Abschied zu nehmen, aber man ist es Alter und Gesundheit geschuldet, wenn man merkt, dass physische Kräfte schwinden“, meinte der scheidende Bürgermeister Herbert Prinz anlässlich der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am 1. Oktober, wo er weitere Details rund um seinen Rücktritt (Tips berichtete) bekannt gab.

Herbert Prinz (r.) legt sein Amt mit 2. Oktober zurück, Landtagsabgeordneter Franz Mold wurde als sein Nachfolger nominiert;

„Ab Mittwoch, 3. Oktober bin ich nicht mehr Bürgermeister dieser schönen Stadt“, gab Herbert Prinz bekannt. In seine Fußstapfen wird VP-Landtagsabgeordneter und langjähriger Stadtrat Franz Mold treten. Dieser wurde einstimmig als sein Nachfolger nominiert, die offizielle Bestellung erfolgt am 9. Oktober im Rahmen einer Sondersitzung des Gemeinderats.

Keine leichte Entscheidung

Es gäbe leichtere Entscheidungen als diese zu treffen, so Prinz, allerdings wurde ihm zunehmend klar, dass er eine weitere Gemeinderatswahl als Spitzenkandidat, auch im Hinblick auf seine Familie – das siebte Enkelkind ist gerade unterwegs –, nicht mehr anführen wolle. Und ein solch verantwortungsvolles Amt verlange eine geordnete und einvernehmliche Übergabe, ist sich der bald 65-Jährige bewusst.

Herausforderungen und Meilensteine

Nach knapp 14 Jahren im Amt kann Prinz auf viele schöne Momente und einige große Herausforderungen zurückblicken: Als Meilensteine bezeichnet er etwa die Übergabe des Krankenhauses in die Hände des Landes, die Umfahrung Zwettl, die Errichtung des Musikerheimes sowie der Stadthalle, den derzeitigen Umbau des Stadtamtes und nicht zuletzt das „sehr fordernde Projekt“ - das EKZ, wo die Widmung nun rechtskräftig abgeschlossen ist. Auch der Erhalt aller Volksschul-Standorte sowie der neu dazugewonnene HTL-Standort in Zwettl waren ihm ein wichtiges Anliegen.

„Schuldzuweisung hat mich hart getroffen“

Als sehr belastend empfand Prinz die Gerichtsverhandlungen rund um den Vorwurf des Amtsmissbrauchs, der im Zuge von illegal errichteten Hütten in der Katastralgemeinde Annatsberg aufkam. „Die Schuldzuweisung hat nicht nur mich hart getroffen, sondern auch meine Familie“, so Prinz. Nach vielen schlaflosen Nächten wurde Prinz von allen Vorwürfen schließlich 2016 gänzlich freigesprochen.

Mold folgt auf Prinz

Zwar habe es mehrere Bewerber rund um das Bürgermeisteramt gegeben, allerdings sei Landtagsabgeordneter Franz Mold derjenige, „der alle Erwartungshaltungen erfüllt. „Als ausgeglichener, ruhiger Mensch, der offen in alle Richtungen ist, ist er der richtige Mann an dieser Stelle“, ist Prinz überzeugt. Zudem habe er auch das entsprechende Netzwerk und einen sehr guten Draht zum Land.

„Die einstimmige Nominierung ist für mich ein großer Vertrauensbeweis, ich hoffe auf eine breite Unterstützung bei der Wahl“, so Mold, der auch weiterhin als Landtagsmandatar tätig sein wird. Was sein zukünftiges Amt als Zwettler Stadtchef betrifft, hielt er sich allerdings bedeckt.

Seine Funktion als Stadtrat wird der bisherige Gemeinderat Gerald Gaishofer übernehmen. Für das Gemeinderat-Mandat von Prinz wurde Wolfgang Huber nominiert.

Für die Funktion des ÖVP-Gemeindeparteiobmannes wurde ebenso Mold vorgeschlagen, die Neuwahl erfolgt am 24. Oktober im Rahmen eines außerordentlichen Gemeindeparteitages.

Prinz in Polit-Pension

Den ersten freien Tag morgen, am Mittwoch, 3. Oktober, wird Herbert Prinz mit seiner Familie verbringen. „Wir werden gemeinsam ein Glas Bier trinken und über vergangene Zeiten plaudern“, blickt der bald 65-Jährige freudig und auch ein bisschen wehmütig in Richtung Polit-Pension.


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