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Goldener Advent und Stadterneuerung: COVID-19-Alternativprogramm der Stadtgemeinde Zwettl

Leserartikel Eva Leutgeb, 03.11.2020 10:09

ZWETTL. Statt einer neuen Saunapräsentation im ZwettlBad musste die Stadtgemeinde Zwettl durch den neuerlichen Lock-Down Veranstaltungen absagen – „schweren Herzens“, wie VP-Bildungsstadträtin Anne Blauensteiner anmerkt. Darunter fallen auch sämtliche Kurse der Volkshochschulkurse. Der Goldene Advent wird ebenfalls nicht in seiner gewohnten Form stattfinden. Für Themen, wie die Stadterneuerung, hätte man in der Vorweihnachtszeit eine Prioritätenliste gemeinsam mit der Bevölkerung erstellt.

V.l.: Elisabeth Wachter, Anne Blauensteiner, Franz Mold, Andrea Wiesmüller und Hermann Neumeister; Foto: Tips

„Leider hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Vizebürgermeisterin Andrea Wiesmüller. Bürgermeister Franz Mold, Vizebürgermeisterin Andrea Wiesmüller, Bildungs-Stadträtin Anne Blauensteiner (alle ÖVP), Stadtamtsdirektor Hermann Neumeister und Regionalbetreuerin von NÖ.Regional Elisabeth Wachter informierten über die Alternativen zu den ursprünglich geplanten Vorhaben der Stadtgemeinde. Im Sommer gab es die Möglichkeit, die Stadtspaziergänge im Rahmen der Stadterneuerung unter Einbezug der Bevölkerung durchzuführen. Dazu sind „eine Fülle von Ideen gekommen“, wie Andrea Wiesmüller erläutert. Der Plan, diese nun im Stadtsaal zu präsentieren, ist nicht möglich. Deshalb wird die Gemeinde Informationen an alle Teilnehmer versenden, wie es weitergeht. Im ersten Quartal, wenn es Corona erlaubt, werden die Teilnehmer eingeladen. Sollte das erneut nicht möglich sein, wird digital ein Fragebogen verschickt. „Wir wünschen uns aber den direkten Kontakt“, hofft Andrea Wiesmüller. Mit den Fragebögen bestünde allerdings auch die Möglichkeit, jemanden miteinzubeziehen, der bei den Themen-Stadtspaziergängen nicht dabei war. Bei der Stadterneuerung sollen auch Anträge der Grünen miteingebracht werden, wie zum Beispiel Gedenktafeln für die Juden.

Prioritäten der Stadterneuerung

Elisabeth Wachter, Regionalberaterin von NÖ.Regional: „Die Stadterneuerung unter Einbezug der Bevölkerung hat gut funktioniert. Mich hat das sehr beeindruckt, dass viele Themen gekommen sind. Das zeigt uns auch in der Prozessbegleitung, wo die Prioritäten liegen.“ Unter den Inputs der Bevölkerung waren vor allem Themen, die am Zahn der Zeit sind: Begegnungszonen, Mobilität im Allgemeinen, wie zum Beispiel der Radverkehr oder wohnen in der Stadt und wie man die Innenstädte am Leben erhält. „Die Innenstadt ist allgemein von jeder Gruppe gekommen“, so Wachter. Vorschläge, Pop-Up-Lokale anzubieten, kamen vor allem von der Jugend. Das Projekt Stadterneuerung läuft vier Jahre. Die „Corona-Unterbrechungen“ haben ein durchgängiges Konzept nicht erlaubt. Es ist aber möglich, das Projekt Stadterneuerung auf ein fünftes Jahr auszuweiten.

Betreuung in Kindergarten und Volksschule gegeben

Aufgrund der COVID-19-Maßnahmen sollen die Gruppen in den Kindergärten verkleinert werden, wenn es räumlich und personell möglich ist. Die Eltern können ihre Kinder in den Kindergarten bringen, sofern keine häusliche Betreuung möglich ist. Aber die Betreuung ist auf jeden Fall garantiert. „Im Bereich der Kindergärten und Volksschulen sind wir sehr froh, dass wir die Bildungseinrichtungen geöffnet halten können“, so Anne Blauensteiner.

Zwettler Goldener Advent

Den alljährlichen Adventmarkt am Hauptplatz wird es nicht geben. „Das ist nicht denkbar. Wir haben uns ein anderes Konzept überlegt, um die Zwettler positiv und stimmungsvoll heranzuführen“, informiert Blauensteiner. An den Adventsamstagen im Dezember und am Feiertag am 8. Dezember – aufgrund der Corona-Maßnahmen fällt der erste Advent im November aus – gibt es am Dreifaltigkeitsplatz fünf Adventhütten. Es werden jedes Wochenende die Stände mit neuen Zwettler Betreibern besetzt, die ihre regionalen Waren anbieten. Es gibt Kunsthandwerkstände mit hochwertigen Produkten, Drechslerei, Kachelofenbauer, Zwettler Betriebe, die dort ihre Produkte anbieten. Es werden aber keine offenen Getränke und Speisen, sondern nur Verpacktes offeriert. Die Hütten werden dementsprechend weit auseinandergestellt, um Maßnahmen einhalten zu können. Den obligatorischen Christbaumverkauf gibt es weiterhin. Weihnachtliche Klänge werden an diesen Tagen von verschiedenen Musikgruppen kommen – diese Gruppen wandern durch die Stadt. Unter dem Namen „Adventlicher Zwettler Genusspfad können Innenstadtlokale Punsch ausschenken. Die Gastronomie möchte man bei den Wirten belassen. „Heuer muss ich die Vereine um Verständnis bitten, dass wir keine offenen Speisen und Getränke ausschenken können“, bedauert Bürgermeister Franz Mold (ÖVP).

Am Hauptplatz soll der größte Stern des Waldviertels kommen

Im Jahr 2021 ist das Jubiläumsjahr „50 Jahre Großgemeinde Zwettl“. Zu diesem Thema soll ein mit Naturmaterialien befüllter und beleuchteter Stern am Hauptplatz aufgestellt werden. Der Stern soll die Namen der 13 Gemeinden, die sich zur Großgemeinde gefunden haben, versehen sein. Bürgermeister Franz Mold möchte Alternativen zum ursprünglichen Goldenen Zwettler Advent anbieten - wenn unter gegebenen Bedingungen möglich. Franz Mold rät aber allen:  “Wir haben so viele Fälle an Covid-19 wie noch nie. Wir sollten selber bestrebt sein, jeder für sich, dass sich diese Krankheit nicht noch schneller ausbreitet. Es sollte in den Krankenhäusern nicht so weit kommen, dass nicht genügend Betten oder Personal da sind. Letztlich muss dann der Arzt entscheiden, ´wem geb ich das Bett`. Wir sollten alles versuchen, das so halbwegs in den Griff zu bekommen.“


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