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Johannes Enzenhofer: „Erfahrung ist etwas ganz Wichtiges bei unserer Arbeit“

Andreas Hamedinger, 29.06.2021 06:44

URFAHR-UMGEBUNG. Die Unwetter von letzter Woche haben die Gemeinden – mit Sturm und Hagel – schwer getroffen. Bezirks-Feuerwehrkommandant Johannes Enzenhofer zu einem herausfordernden Einsatz.

2.500 Feuerwehrkameraden waren im Bezirk im Einsatz, um die Schäden nach dem Hagelunwetter zu beseitigen. (Foto: Prokesch/Bezirksfeuerwehrkommando)

Tips: Wie haben Sie das Unwetter persönlich erlebt?

Enzenhofer: Ich wohne in Kirchschlag und bin selbst von den Hagelschäden betroffen.

Tips: Wie reagiert man in solch einer Situation? Man ist selbst Geschädigter und man muss den Einsatz der Feuerwehr koordinieren?

Enzenhofer: Das ist eigentlich nur möglich, wenn man eine verständnisvolle Frau hat und auf die Feuerwehrkameraden – die wissen, was zu tun ist – vor Ort vertraut.

Tips: Kann man sich auf derartige Einsätze überhaupt vorbereiten?

Enzenhofer: Auf ein konkretes Schadensereignis nicht. Man weiß ja nie, wo der Schaden auftritt, welche besonderen Herausforderungen auf einen warten. Aber man kann die Abläufe trainieren und man lernt bei jedem Einsatz dazu. Erfahrung ist etwas ganz Wichtiges bei unserer Arbeit.

Tips: Wie läuft der Einsatz der Feuerwehren bei so einem Unwetter ab?

Enzenhofer: Man muss sich zuerst einen Überblick verschaffen. Dann lichtet sich das Chaos und man schaut, dass zuerst die wichtigsten Objekte gesichert und weitere Schäden verhindert werden.

Tips: Haben Sie ein derartiges Unwetter schon einmal erlebt? Enzenhofer: Nein, an solch ein Hagelunwetter können sich selbst die Ältesten im Bezirk nicht erinnern. Die Hagelkörner waren enorm groß, durchschlugen Dächer und beschädigten Autos.

Tips: Wie viele Feuerwehrkameraden waren im Einsatz und wie lange werden diese mit den Aufräumungsarbeiten noch beschäftigt sein?

Enzenhofer: Mit der Beseitigung der Schäden und Sicherungsarbeiten waren etwa 2.500 Kameraden von rund 250 Feuerwehren aus Urfahr-Umgebung und den Nachbarbezirken beschäftigt. Wenn keine Folgeschäden auftreten, werden wir wohl diese Woche die Arbeiten einstellen. Die Fachfirmen werden mit Reparaturarbeiten aber wohl mehrere Monate beschäftigt sein.

Tips: Wie sollte man sich als Hausbesitzer auf solche Schadensereignisse vorbereiten? Und wie sollte man im Ernstfall reagieren?

Enzenhofer: Bauliche Maßnahmen – etwa der Verzicht auf Glasdächer – können Schäden mindern. Zumindest bei kleinen Unwettern. Zudem sollten vor dem Hagel Autos in Sicherheit gebracht werden. Und beim Einsetzen des Gewitters sollte man im Haus bleiben, sichere Räume aufsuchen und kein Risiko eingehen.


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