Regionaler "Super"-Markt: Gemeinsam vermarkten ohne Abzocke
ZWETTL. Beim Anblick der Warteschlange neulich vor dem Zwettler Kino könnte man meinen, dass Hollywood einen neuen Blockbuster rausgebracht hat. Tatsächlich war es aber ein Dokumentarfilm, nämlich „Bauer unser“. Initiator Franz Jank möchte anknüpfend dazu nachhaltig aktiv werden und eine gemeinsame regionale Vermarktungsplattform schaffen.

Der Film von Robert Schabus zeigt ungeschönt wie unaufgeregt es auf Österreichs Bauernhöfen zugeht, die vermeintliche Idylle oder das sprechende Schweinchen, das man aus der Werbung kennt, fehlen hier. Dafür werden die Fehlentwicklungen aufgezeigt, beispielsweise die Massentierhaltung kritisch beleuchtet und das System aus Zwängen, Abhängigkeiten und fehlender Selbstbestimmtheit rund um die Landwirtschaft thematisiert.
Nach dem Film startete eine interessante Diskussionsrunde mit Landwirt und Organisator Franz Jank, der im Film vorkommenden Bio-Bäuerin Maria Vogt aus dem Weinviertel sowie der ganzheitlichen Tierärztin Nicole Herout. Im Fokus der Diskussion stand das Thema einer gemeinsamen direkteren Vermarktung, die sich zwar viele der Anwesenden wünschen würden, aber die gemeinsame Plattform dafür vermissen.
Regionaler „Supermarkt“
Und diese längst fällige Trendwende möchte vor allem Franz Jank, der Organisator des Abends und Biobauer aus Merzenstein, anstoßen, wie er im Tips-Interview sagt: „Mein persönliches Ziel wäre: Dass ich zukünftig nicht mehr in einem konzerngesteuertem Geschäft einkaufen muss, egal ob das jetzt ein Supermarkt oder ähnliches ist. Ich denke an ein gemeinsames Projekt, damit das Geld in der Region bleibt und die Produkte der Region die Chance bekommen, hier gleich direkt vermarktet werden.“ Denn über große Supermärkte sei es schwierig und oft kontraproduktiv, regionale Produkte zu vermarkten. Und der Ansatz eines Bauernmarktes ist zwar gut, aber mit zu viel Zeitaufwand verbunden, meint Jank.
Das Ziel sei in diesem potentiellen Laden aber nicht, 2000 Artikel zu horten, sondern vielmehr, dass der Konsument einfach alles Notwendige bekommt - vom Apfel bis zum Zucker. „Ein regionaler Markt ohne Abzocke.“ Damit soll langfristig eine Win-Win-Win-Situation angestrebt werden, so Janks Vision. Einerseits sollte der Konsument darin einen Vorteil sehen, andererseits auch der Bauer entsprechend entlohnt werden für sein Produkt und nicht zuletzt soll die Umwelt davon profitieren.
Solche Best-Practice-Beispiele sind keine neue Erfindung, sondern werden in manchen Regionen bereits erfolgreich abgewickelt, weiß der Biobauer. „Im Regelfall müsste die Gemeinde voll hinter einem solchen Projekt stehen, es trägt ja zu einer funktionierenden Region bei“, ist Jank überzeugt. Diese und weitere Ideen werden im Zuge kommender Arbeitstreffen diskutiert und erarbeitet. Wer Interesse hat mitzuwirken, kann gerne mit Franz Jank Kontakt aufnehmen: 0664/2486232.


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