AMS-Lehrlingsbeauftragte: "Imagewandel ist notwendig"
ZWETTL. Petra Zeilinger ist die Lehrlingsbeauftragte des Arbeitsmarktservices Zwettl. Tips hat mit ihr über ihre Aufgabe und täglichen Herausforderungen gesprochen.

Tips: Was sind Ihre Aufgaben als Lehrlingsbeauftragte des AMS Zwettl?
Zeilinger: Grundsätzlich betreue ich alle - auch angehenden - Lehrlinge im Bezirk, im Alter von 15 bis 25 Jahren. Meine Hauptaufgabe ist es einerseits, jene zu unterstützen, die eine Lehrstelle suchen. Dazu zählen auch Jugendliche, die nicht als lehrfähig gelten - aufgrund eines negativen Schulabschlusses, einer Lernschwäche oder einer physischen oder psychischen Erkrankung. Andererseits begleite ich auch Schulabgänger, gemeinsam versuchen wir mit verschiedenen Instrumenten, den passenden Arbeitsplatz zu finden.
Tips: Wie würden Sie die Lehrlingssituation im Bezirk beschreiben?
Zeilinger: Das größte Problem ist wahrscheinlich, dass die Lehrlinge noch immer nicht die Anerkennung bekommen, die ihnen eigentlich zustünde. Es hat oft noch einen negativen Beigeschmack nach dem Motto: Wenn du eine Lehre hast, bist du nichts. Aber wir haben im Bezirk tolle Unternehmen und auch sehr gute Lehrlinge, die es echt weit schaffen. Es ist zwar nicht mehr so gravierend wie früher, aber ein Imagewandel würde definitiv nicht schaden.
Tips:Würden Sie die These bejahen, dass die Nachfrage nach Lehrlingen so groß ist, wie noch nie zuvor?
Zeilinger: Ja das stimmt. Es gibt zu viele offene Lehrstellen, zu wenig Lehrlinge, vor allem in den letzten drei Jahren war diese Entwicklung sehr deutlich spürbar. Das AMS schreibt auch jedes Jahr im Jänner alle Firmen an, mit der Bitte, ihren Lehrstellenbedarf bekannt zu geben. Für Sommer 2017 wurden diesbezüglich bereits 120 Lehrstellen gemeldet, dazu haben sich bis dato aber erst sechs Lehrstellensuchende für den genannten Zeitraum vormerken lassen.
Tips:Wo ist der Mangel am deutlichsten zu spüren, in welcher Branche?
Zeilinger: Meinen Erfahrungen zufolge im Gastgewerbe, bei den Rauchfangkehrer und beim Bäcker. Bei den Mädels haben wir noch immer die drei Favoriten: Friseur, Einzelhandel, Büro. Dahinter kommen Floristen und Tierpfleger. Bei den Burschen ist nach wie vor der KFZ-Techniker am beliebtesten, dahinter der Maurer, weil er gut bezahlt ist und nicht zuletzt auch der Elektrotechniker.


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