Bevölkerungsentwicklung: Region ist kein „Pensionisten-Reservoir“
BEZIRK ZWETTL. Sie ist da, die aktuelle Bevölkerungsstatistik. Der Zeitraum von 2015 bis dato ist wiederum von sinkenden Zahlen geprägt, damit ist der Bezirk die traurige Ausnahme im Waldviertel (siehe Tabelle). Doch das Thema erfordert einen genaueren Blick hinter die Zahlenkulissen.

Der Bezirk Zwettl hatte – laut den vorläufigen Zahlen der Statistik Austria – neben Gmünd und Waidhofen/Thaya – am 1. Jänner 2017 weniger gemeldete Hauptwohnsitze als im Jahr zuvor. Ein Grund dafür war die Flüchtlingskrise, die 2015 dem Waldviertel eine stärkere Bevölkerungszunahme bescherte.
Ja, der Bevölkerungsrückgang im Bezirk ist nicht von der Hand zu weisen, dennoch muss er ein wenig umfassender behandelt werden: So ist zum Beispiel zu berücksichtigen, dass sich dieser in den letzten Jahren abgeflacht hat.
Mehr und junge Zuzügler
Laut den vorläufigen Ergebnissen hat der Bezirk am 1. Jänner 2017 42.763 Hauptwohnsitzer, darüber hinaus nehmen rund 8100 einen Zweitwohnsitz in Anspruch. Auch der Wanderungssaldo war im letzten Jahr positiv. 2015 sind 1043 Menschen in den Bezirk gezogen, während 1016 Personen ihren Heimatort woanders begründeten. „Wir glauben, dass sich dieser positive Trend fortsetzen wird“, so Nina Sillipp, von der Initiative „Wohnen im Waldviertel“.
Auslöser für den Bevölkerungsverlust ist nach wie vor hauptsächlich die negative Geburtenbilanz, es sterben mehr Menschen als Kinder geboren werden. Das ist allerdings bekannterweise kein Zwettler Phänomen, sondern Teil des demografischen Wandels, der in ganz Europa zu beobachten ist. Entgegen vieler Meinungen ist die stärkste Gruppe an Zuzüglern zwischen 15 und 29 Jahren alt, es sind vor allem Endzwanziger, oft mit Familie.
„Engagement und Geld ist wichtiger denn je“
Dennoch, es bleibt viel zu tun. Bemühungen für eine positive Bevölkerungsentwicklung werden unter anderem durch das Projekt „Wohnen im Waldviertel“ gesetzt, in dem 56 Gemeinden daran arbeiten, die Vorzüge des Waldviertels als Wohnort bekannter zu machen. „In den letzten Jahren konnte unheimlich vieles bewegt werden. Die sich abzeichnende Trendwende braucht genau jetzt Projektimpulse und Investitionen, damit wir sie auch sicher erreichen. Wir sind nah dran. Engagement und Geld in das Waldviertel zu investieren ist jetzt mehr denn je gefordert. Aktuelle Daten zeigen die große Chance für eine nachhaltige Veränderung auf“, so Silipp abschließend.


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