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BEZIRK ZWETTL. In Zwettl und vielen anderen Gemeinden in NÖ sorgt das allmorgendliche Ringen um einen Sitzplatz in den Schulbussen für Aufregung. In Zeiten der Corona-Pandemie wird dieser Umstand aber zu einem Thema mit Brisanz.

Gemeinderätin Doris Widhalm und Landtagsabgeordneter Josef Wiesinger; Foto: Thomas Widhalm SPÖ NÖ
Gemeinderätin Doris Widhalm und Landtagsabgeordneter Josef Wiesinger; Foto: Thomas Widhalm SPÖ NÖ

Die für das Walviertel zuständigen SP-Abgeordneten Nationalrat Rudolf Silvan und Landtagsabgeordneter Josef Wiesinger sorgen sich um die Gesundheit der Schüler im Waldviertel und darüber hinaus: „In Anbetracht der Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen, die im Sinne der Corona-Eindämmung in NÖ ergriffen und verhängt werden, ist es unverständlich, dass es offensichtlich für ungefährlich erachtet wird, wenn Kinder und Jugendliche dicht an dicht in den Bussen stehen oder sich zu dritt in eine Sitzreihe drängen. Es braucht hier umgehend ein Einsehen der Verantwortlichen und vor allem braucht es rasch NÖ-weit zusätzliche Busse für den Schülerverkehr“,  so Josef Wiesinger.

Problematik auch bei Linien Stift Zwettl - Zwettl - Schwarzenau

Die stellvertretende Bezirksvorsitzende der SPÖ  im Bezirk Zwettl, Gemeinderätin Doris Widhalm, weiß aus eigener Erfahrung um die Problematik rund um überfüllte Schulbusse in Pandemie-Zeiten: „Meine schulpflichtige Tochter erzählt mir fast täglich von überfüllten Bussen zum Beispiel bei den Linien Stift Zwettl - Zwettl - Schwarzenau. Es kommt sogar mehrmals vor, dass SchülerInnen bei diversen Haltestellen aus dem Bus müssen, um anderen Passagieren den Ausstieg zu ermöglichen“, so Widhalm.

Neuorganisation gefordert

Nationalrat Rudolf Silvan kritisierte in der Frage der Schulbusse die falsche Prioritätensetzung seitens des Bundes. „Es fehlt der rote Faden, vieles läuft chaotisch ab. Anstatt sich drängenden Problemen wie den überfüllten Schülerbussen zu widmen, diskutiert man seit Monaten über das 1-2-3-Ticket – ohne dass die zuständige Ministerin auf die Bedenken der Vielzahl der Länder eingeht. Generell müsste die Neuorganisation des Schülergelegenheitsverkehrs, wie auch im Regierungsprogramm der Bundesregierung festgeschrieben, endlich in Angriff genommen werden. Das ist auch das Ansinnen aller Bundesländer – nun muss der Bund Taten setzen“, betont Silvan.

Maßnahmen in Schule obsolet

Die SPÖ im Bezirk Zwettl fordert zusätzliche Schulbusse. „Es wurden im schulischen Bereich verschiedenste Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 gesetzt, die aber alle obsolet sind, wenn sich Schülerinnen und Schüler in überfüllte Busse zwängen müssen“, so der SPÖ Bezirksvorsitzende Herbert Kraus. Generell stellt sich für die SPÖ-Mandatare die Frage, warum sich die Bundesregierung dieser schon seit langer Zeit bestehenden Problematik der überfüllten Schulbusse, besonders jetzt in Zeiten von Corona, nicht bereits angenommen hat. „Seit März werden Verordnungen zu spät oder unverständlich geliefert. Es herrscht bloßes Chaos. Der Bildungsbereich hat – anders als die Wirtschaft oder der Sport – keine Lobby. Hier können keine Gewinne erzielt werden. Daher schert sich der Bund auch sehr viel weniger darum. Wir hingegen nehmen die Sorgen der Eltern ernst und fordern daher mehr Busse, mehr Platz und mehr Geld“, so Silvan abschließend.


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