Das Haus aus Stroh: „Ein überwältigendes Raumklima“

Barbara Danter, Leserartikel, 20.03.2017 07:07 Uhr

Ursprünglich liebäugelte der aus Wien stammende Christian Neidlinger mit einem Zweitwohnsitz am Mühlviertler-Land. Der Psychotherapeut verliebte sich in die Gegend um die Gemeinde Pfarrkirchen im Mühlkreis und in den Baustoff Stroh. Seit drei Jahren lebt er nun auf 144 Quadratmeter zwischen Wänden aus 36 großen und 900 kleinen Strohballen.

Tips: Herr Neidlinger, wie oft hören Sie das Märchen von den drei kleinen Schweinchen?

Neidlinger: Sehr oft, speziell in der Bauphase. Aber zur Beruhigung: Der Wolf wird mein Haus nicht umpusten. Wir haben hier beachtliche Windstärken, denen mein Strohhaus nun schon seit 2014 standhält.

Tips: Warum baut man sich ein Haus aus Stroh?

Neidlinger: Einerseits liegt das wohl an einem leicht narzisstischen und zum Ungewöhnlichen neigenden Charakter. Ich mag organische Baustoffe und unregelmäßige Formen. Im Haus gibt es auch keine geraden Flächen, nur wenige Türen und ein neun Meter hoher Baumstamm bildet den Hausmittelpunkt.

Stroh als Bau- und Dämmstoff

Tips: Wie wohnt es sich in einem Strohhaus?

Neidlinger: Das Raumklima ist überwältigend, die Strohwände sind atmungsaktiv und isolieren perfekt. Im Sommer ist es angenehm kühl und im Winter heize ich das ganze Haus lediglich mit einem Holz-Kochofen.

Tips: Ist diese extravagante Bauform nicht sehr teuer?

Neidlinger: Generell ist Stroh ein günstiges Dämmmittel. In meinem Fall aber haben die Strohballen auch eine tragende Funktion und diese Konstruktion und auch das Design, das ich mir gewünscht habe, waren schon aufwändig.

 

 

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