Angespielt! Mass Effect: Andromeda, Zwischen Euphorie und Enttäuschung

Angespielt! Mass Effect: Andromeda, Zwischen Euphorie und Enttäuschung

Meister Lampe, Leserartikel, 03.04.2017 11:45 Uhr

Eine ganze Woche konnte ich mich selbst nicht entscheiden ob ich das Spiel jetzt kaufen soll oder auf eine günstigere Gelegenheit zu warten. Letztendlich hat mein Verlangen nach einem Roman in Spielform gesiegt und ich kann somit über die ersten Stunden im Spiel berichten.

Erwartungshaltung teilweise erfüllt:

Mass Effect Andromeda erfüllt zum Teil meine doch sehr hohen Erwartungen. Nach einigen Minuten ist man bereits in der Story gefangen und die Sucht nach Erkundung und der Suche nach Antworten ist wie bei den ersten Teilen schnell wieder aufgekeimt. Die Story hat mich nach wenigen Minuten in Ihren Bann gezogen und das obwohl der Einstieg holprig und graphisch bei weitem keine Meisterleistung darstellt.

Die Absturzszene mit dem Shuttle zu Beginn ist derart emotionslos und wurde auch in der Umsetzung von Sound und Bild mehr als nur „verhunzt“ (Raumschiff Enterprise 1966 lässt grüßen). Ziemlich enttäuscht schlug ich also auf dem ersten Planeten auf. Und im sekundenbruchteil änderte sich meine Haltung. Genau hier zeigt Mass Effect Andromeda seine Stärke. Man wird förmlich in eine Welt hineingezogen. Sofort war dieses Verlangen wieder da und ich war erleichtert, dass die ersten Spielminuten augenscheinlich ein mieser erster Eindruck waren. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

 

Die erste Mission und der erste Planet:

Die erste Mission ist wie eine Art kleines Tutorial. Man spielt eine Mischung aus Erkundung und meistert die eine oder andere Kampfhandlung. Alles in allem wirkt das planetare Spiel sehr abgerundet und perfektioniert. Hier gibt es kaum etwas, dass man auszusetzen hat. Grafisch und mechanisch wirkt alles stimmig und lädt zum längeren Verweilen und Erkunden des jeweiligen Planeten ein.

Leistungstechnisch kommt die PS4 etwas an Ihre Grenzen. Teilweise stockt das Bild und es ruckelt leicht. Das kommt jedoch äußerst selten vor. Für eine Anmerkung am Rande, reicht es aber J

Die erste vollkommene planetare Erkundungstour auf Eos ließ bei mir jeden Zweifel an meiner Kaufentscheidung schwinden. Die lebensfeindliche Umgebung die es zu verbessern gilt, ist glaubhaft umgesetzt und lässt keine ernsthafte Kritik meinerseits zu. Schnell verlor ich mich in den Nebenmissionen und war mit dem Nomad unterwegs um die Gegend zu erkunden und mich mit den Problemen des Planeten auseinander zu setzen.

 

Öffentliche Kritik begründet:

Wie man auf den verschiedensten Plattformen zu lesen bekommt, hagelt es dennoch massenhaft Kritik für die graphische Umsetzung der Charaktere und Gesichtsanimationen. Ich möchte an dieser Stelle festhalten: Diese Kritik ist begründet und absolut nachvollziehbar. Von einem Titel wie Mass Effect erwartet man sich hier schlichtweg mehr. Auch sind diese „Fehler“ derart offensichtlich, dass sie seitens der Entwickler bewusst in Kauf genommen worden sind und das stößt den meisten Erstkäufern ziemlich sauer auf. Hier stellt sich die Frage ob man nicht doch noch 1-2 Monate Entwicklung investieren hätte sollen und dann ein makelloses Spektakel zu präsentieren?

Leider wird das schon bei der Charaktererstellung ersichtlich. Es ist relativ schwierig einen Charakter zu erstellen der nicht irgendwelche asymmetrische Gesichtszüge vorzuweisen hat. Bei bärtigen Protagnisten ist der Übergang von Haaransatz zum Vollbart grafisch sogar bei mancher Fußballsimulation besser gelöst als bei Mass Effect Andromeda.

An dieser Stelle möchte ich aber auch festhalten, dass sich meine Enttäuschung darüber dennoch in Grenzen hält. Eine Entwarnung vorweg: diese willkürlichen Gesichtsentgleisungen treten nur bei menschlichen Charakteren auf. Zweiter Kritikpunkt welcher eigentlich mit ersterem Hand in Hand geht ist lieblose Gestaltung von Gesprächspartnern. Diese wirken teilweise so als hätten sich einige Sims höchstpersönlich in die Andromeda Galaxie verirrt. Wenn man jetzt noch den Publisher betrachtet, ach lassen wir das.

 

Fazit PS4 (ca. 20 Stunden Spielzeit):

Natürlich nerven diverse grafische und inhaltliche Schwachpunkte und selbstverständlich könnte man sich daran aufstoßen und dem Spiel rein aus dieser Sicht eine sehr schlechte Bewertung geben. Schließlich war die Serie für grafische Meilensteine bekannt. Dennoch trübt dieser Missstand das Spielerlebnis nur in sehr geringem Ausmaß.

Lässt man sich von der Story und von der ansonsten ausgezeichneten grafischen Umsetzung verführen und taucht in die vielen unbekannten Welten ein, so hat man wieder große Freude an Mass Effect.

Mit den vielen Entwicklungsmöglichkeiten von Rüstung bis zur Waffe und der Vielzahl an Skills und den daraus resultierenden Spielvarianten, gibt das Spiel viel mehr zurück als wir aufgrund der fehlerhaften menschlichen Animationen erwarten können. Ich wünsche mir dennoch seitens des Entwicklerteams, dass dieser Umstand noch behoben wird. Schließlich trübt es ein ansonsten atemberaubendes Spielerlebnis.

Wer sich dennoch nicht sicher ist, kann sich die ersten 30 Minuten des Games hier von einem deutschen Youtuber zu Gemüte führen. Hier sind einige meiner Ansichtspunkte auch nachzusehen.

ersten 30 Minuten - Gameplay

 

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