Wanderbare Wasserlochklamm

Evelyn Kasis Evelyn Kasis, Tips Redaktion, 11.07.2018 11:19 Uhr

LANDL/PALFAU: Trittsicherheit im alpinen Gelände ist die Voraussetzung um das einzigartige Naturspektakel des Palfauer Wasserlochs zu Schauen. In den südlichen Steilabhängen des Hochkarmassivs ergießt sich das aus einem unterirdischen Siphonsee entströmende Quell­wasser in 5 Wasser­fallstufen mit einer Gesamt-Fallhöhe von 152 m durch die 900 m lange, wildromantische Klamm, die auf einer in siebenjähriger Bauzeit errichteten Steiganlage zu durchwandern ist. von MICHAEL WASNER

Neben dem Gasthof befindet sich ein neuer Informationsshop (Palfau 69) in dem auch das Ticket für den Klammbesuch zu lösen ist (6,50, für Kinder 4 Euro). Die Aussichtsplattform erlaubt schöne Tiefblicke in die Salzaschlucht. Diese überspannt einige Schritte weiter eine 20 m hohe und 65 m lange Stahlseil- Holzbrücke, die leicht schwankend, ans andere Ufer über­leitet.

Kurzes Stück flussabwärts zu einer Wegteilung (515 m). Am gelben Schild ist Route 55 durch die Wasserlochklamm mit 1 ½ Std. angegeben. Nach rechts kurzer Waldanstieg zum Beginn der Steiganlage (550 m).

Gleich nach der ersten Brücke bahnt sich das Wasser einen Weg durch die Felsenge. Begleitet von der mit robusten Geländern begrenzten Steiganlage, deren unzählige Holztreppen und –brücken, den Bach mehrmals querend, mehr oder weniger hoch über dem Wasser dahin ziehen.

Bald ist der erste von 5 Wasserfällen erreicht. Dahinter folgt eine Engpassage durch den wildromantischen Canyon. Der zweite Wasserfall ist eine Offenbarung an Schönheit: Ein 26 m hoher, breit gefächerter Katarakt, aus dem sich Wasser­staub löst und die erhitzten Klammbegeher aufs angenehmste kühlt.

Im Weitersteigen kommen wir aus dem Schauen und Staunen kaum noch heraus. Auf 250 Höhenmeter folgt eine Wasserfallstufe der anderen mit Wasserfallhöhen von 28, 39 und 37 Metern. Schließlich entfernt sich die Steiganlage von den Sturzwassern und erreicht im wurzelreichen Hochwald eine zweite Wegteilung mit der Abzweigung zum Jäger­riedel (790 m), die sich als Rund­weg aus­bauen ließe.

Doch zuvor wollen wir uns noch in der bereits sichtbaren Unterstands­hütte vom letzten Stand der Wasserloch-Höhlenforschung informieren und über die natürliche Fels­­brücke zum Aussichtsfels hochsteigen (1 ½ Std.). Dort oben auf 840 m Seehöhe warten weite Ausblicke über die Klamm hinab ins Salzatal und tiefe Einblicke ins Mysterium Wasser­loch, der größten Karstquelle der Steiermark.

Diese Quellhöhle überwölbt einen tiefen Siphon­see, der sich in unregelmäßigen Abständen und je nach Jahreszeit und Witterung in Schüttungen von bis zu 5 Kubikmetern pro Sekunde in die Klammtiefen ergießt. Doch das Wasserloch kennt keinen Zeitplan. Wann die Natur tatsächlich ihre die Schleusen öffnet, bestimmt alleine sie. Glücklich ist, wer genau dann oben ist um das Schüttungsspektakel vollends zu erleben.

Für den Rückweg kommt nun die umgekehrte Klammbegehung in Frage, oder man ent­scheidet sich für die etwas längere Runde (1/2 Std.) über den Jägerriedel. Hiefür gehen wir zur Abzweigung zurück und müssen nun auf einem steilen und gut markierten Waldpfad einen Gegenanstieg auf den besagten Höhenrücken in Kauf nehmen (860 m). Auf diesem in mehreren Serpentinen steil abwärts zur Salza und auf schönem Begleitpfad, den einmünden­den Wasserlochbach überquerend, zurück zur Hängebrücke.

 

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