Mühlkreisbahn ausbauen statt reduzieren: Weichen für trilaterales Öffi-Netz jetzt stellen
BEZIRK ROHRBACH. Ein Signal für den Ausbau des grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehrs in der Böhmerwald-Region wird beim Tag der Dreiländer-Personenverkehrsvernetzung gesetzt. Denn von einem vereinten Europa ist man in dieser Hinsicht noch weit entfernt. Die Mühlkreisbahn ist dabei wesentlicher Bestandteil der Mobilität, sie könnte Teil einer Dreiländerrundbahn sein.

Mehr als 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gibt es kaum grenzüberschreitende öffentliche Verkehrsverbindungen. Zwischen Waldkirchen in Bayern und Aigen-Schlägl existiert etwa keine öffentliche Verkehrslinie. Auch hinüber nach Südböhmen, nach Nové Údolí (Neuthal) gibt es mit Ausnahme der Ilztalbahn-Anschlussbusse keine Verbindungen im Linienverkehr – in Haidmühle ist Schluss. Für Bahn- und Busreisende stellen also die einstigen Grenzen nach wie vor eine große Hürde dar. Um auf diese aufmerksam zu machen, laden Zu(g)kunft Mühlkreisbahn, die sunnseitn Kulturentwicklung, das Netzwerk von Christen gemeinsam mit der Ilztalbahn und böhmischen Aktivisten zum zweiten Tag der Dreiländer-Personenvernetzung. Sie wollen damit auch aufzeigen, dass der Ausbau und die Vernetzung der Öffi-Verbindungen zur wirtschaftlichen und touristischen Entwicklung in der Böhmerwald-Region beitragen kann.
„Die Politik hat entsprechende Konzepte für den öffentlichen Verkehr zu entwickeln“, fordert in diesem Zusammenhang Verkehrsexperte Robert Struger. „Die Mühlkreisbahn ist ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Verkehrs in der Region, mit einem Rückbau und Kappung ist daher niemandem gedient.“
Mühlkreisbahn mit Böhmen und Bayern verknüpfen
Auch Walter Höllhuber, Obmann des Dreiländer-Infrastrukturvereins, hat mit der Regionalbahn große Pläne. Seine Vision wäre eine „Dreiländer-Rundbahn“, die schon von den Bahnbauern aus dem 19. Jahrhundert angedacht wurde: Von Linz ausgehend die Mühlkreisbahn bis zur Ilztalbahn verlängern, diese ebenfalls bis Haidmühle verlängern, die Lücke am Moldau Stausee schließen und über die Summerauerbahn wieder zurück nach Linz – so stellt sich Höllhuber die Zukunft der Bahn vor. Für ihn ist deshalb nicht nachvollziehbar, „warum das Land OÖ diese Idee aufgibt und das ganze westliche Mühlviertel vom europäischen Netz abkoppelt.“
Information
Der Tag der Dreiländer-Personenverkehrsvernetzung findet am Samstag, 18. Juli, statt. Zentraler Treffpunkt ist um 12 Uhr am Bahnhof Waldkirchen (Transferbus ab Bahnhof Aigen-Schlägl um 11.01). Von dort geht es mit dem Bus weiter nach Haidmühle, dann folgt die „Lückenschlusswanderung“ mit Überraschungseffekt, an der Grenzbrücke wird dann die Proklamation zur Verkehrsvernetzung verlesen. Von Nové Údolí bis nach Horni Plana gibt es noch eine gemeinsame Dampfzugfahrt, ehe es wieder retour geht.


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