Zukunft der Mühlkreisbahn: Zwölf Forderungen an die neue Landesregierung
BEZIRK ROHRBACH. Die Forderungen, die von der unabhängigen, regionalen Initiative Zugkunft Mühlkreisbahn an die zukünftige Landesregierung gestellt werden, sind nicht neu. Aber weil auch in den vergangenen sechs Jahren nichts weitergegangen ist, nehmen sie jetzt die künftigen Verantwortlichen in die Pflicht.

„Wir wollen nicht mit Gewalt eine Nostalgie-Bahn erhalten, sondern die Mühlkreisbahn in ihrer bestehenden Form bis Aigen-Schlägl. Denn wir wissen um deren Wert für die Region und ihre Menschen“, betont Robert Struber, ehemaliger Regionalmanager des ÖBB-Personenverkehrs, der sich jetzt für den Erhalt der Regionalbahn stark macht. Einer „Straßenbahn, die ein Stückerl aus der Stadt rausfährt“ könne er nichts abgewinnen: „Nur wenn der Komfort und die Qualität stimmen, funktioniert auch der Umstieg vom Individualverkehr auf öffentliche Verkehrsmittel“, ist er überzeugt. „Die RegioTram, die wahrscheinlich irgendwo zwischen Rottenegg und Kleinzell endet, löst die künftigen Anforderungen nicht. Denn verkehrspolitisches Ziel sind täglich über 10.000 Fahrgäste, statt derzeit etwa 5000 – das kann nicht mit deutlich kleineren und weniger Komfort bietenden Fahrzeugen geschehen.“ Außerdem würde die Umspurung auf Schmalspur eine Anbindung an eine Linzer S-Bahn unmöglich machen.
Auferstehung statt Begräbnis
Für die Mühlkreisbahn in ihrer ursprünglichen Form setzt sich auch Abt Martin Felhofer ein. Er sieht die Landesgartenschau 2019 in Aigen-Schlägl als ideale Gelegenheit, eine moderne Bahn zu präsentieren. „Es soll kein Begräbnis für die Bahn sein, sondern eine Auferstehung. Unsere Vision ist es, dass die Besucher mit der Bahn umweltfreundlich zur Gartenschau kommen.“ Er hat kein Verständnis dafür, dass die Planungen für den öffentlichen Verkehr im Linzer Zentralraum zulasten des Bezirks Rohrbachs gehen. „Wir brauchen eine S-Bahn, keine Straßenbahn“, betont Abt Felhofer und fügt an: „Umkehren und Umdenken ist nie ein Fehler.“
Tourismus braucht Mobilität
Nicht zuletzt ist die Mühlkreisbahn ein bedeutender Faktor für den Tourismus in der Region. Tourismusverband-Geschäftsführer Reinhold List zeigt auf, dass „immer mehr Menschen in die Stadt ziehen und auf das Verkehrsmittel Auto verzichten. Da ergeben sich auch für den Tourismus ganz neue Aspekte. Nur Urlaubsorte und Naherholungsgebiete, die mit der Bahn schnell und komfortabel erreichbar sind, können sich positiv weiterentwickeln.
Die Plattform Zugkunft fordert daher unter anderem die sofortige Aufnahme von Planungen zur Verbesserung der Infrastruktur und Verkürzung der Fahrzeit; eine wesentliche Verbesserung des Angebots; die verbindliche Entscheidung für die Normalspur; dass die Mühlkreisbahn als Gesamtes bis zum Bahnhof Aigen-Schlägl gesehen wird; und dass auch die Region im Planungsprozess vertreten ist.
„RegioTram bringt optimale Kosten-Nutzen-Relation“
Konfrontiert mit den Forderungen der Plattform Zugkunft Mühlkreisbahn, sagt der zuständige Landesrat LH-Stv. Reinhold Entholzer (SP), er sei dankbar für die Unterstützung durch Bürgerinitiativen, beharrt aber auf der RegioTram-Lösung. „Alle vorliegenden Studien und Expertengutachten bestätigen eine optimale Kosten-Nutzen-Relation“, sagt er. Im ersten Abschnitt soll die Mühlkreisbahn NEU als RegioTram bis Kleinzell errichtet werden, später nach Rohrbach. Planungen im fortgeschrittenen Stadium gibt es bereits. „Sofort nach der Landtagwahl werde ich die konsequente Umsetzung und Finanzierung dieses Arbeitspaketes für den öffentlichen Verkehr angehen. 2015 bis 2025 muss das Jahrzehnt des öffentlichen Verkehrs werden“, betont Entholzer.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden