Biersommelier Vize-Staatsmeister Felix Schiffner fährt wieder zur Weltmeisterschaft
AIGEN-SCHLÄGL. Felix Schiffners feine Nase und seine Erfahrungen und Kenntnisse als Biersommelier sind wieder gefragt: Der Aigen-Schlägler gehört als Vize-Staatsmeister und amtierender Vize-Weltmeister zu den Besten seiner Zunft und ist somit auch wieder Teil des österreichischen Nationalteams für die Weltmeisterschaft in Rimini.

„Wenn jemand sagt, er mag kein Bier, hat er einfach das richtige noch nicht probiert.“ Davon ist Felix Schiffner überzeugt. Als Biersommelier sieht er es als seine Aufgabe, den Laien näherzubringen, was Bier alles kann. An die 180 verschiedene Biersorten stehen im elterlichen Gasthaus in Aigen-Schlägl zur Auswahl, mit denen er nicht nur seine Gäste begeistern, sondern auch gut für die bevorstehende Weltmeisterschaft trainieren kann.
Herausfordernde Aufgabe
Die beste Übung für ihn sei, wenn Papa Karl Schiffner – seines Zeichens erster Biersommelier-Weltmeister – ihm einfach ein Bier im Glas einschenkt und er dieses verkostet. „Man muss sich schon laufend damit beschäftigen“, sagt Felix Schiffner. „Biere, die weltweit verfügbar und typisch für einen gewissen Stil sind, muss man sich einprägen, damit man sie in der Blindverkostung wiedererkennt. Auch Fehlgeschmäcke müssen erkannt und beurteilt werden, etwa wenn das Bier zu wenig reif ist oder korkt. Und Bierwissen wird ebenfalls abgefragt“, erklärt er.
Hat man diese theoretischen und sensorischen Prüfungen überstanden, warten die Finalrunden auf die Teilnehmer. Dass er auch diesen gewachsen ist, hat der Mühlviertler bei der letzten Weltmeisterschaft 2017 in München bewiesen: Dort holte sich Schiffner mit seiner abschließenden Bierpräsentation den zweiten Platz.
Gute Chancen
Als amtierender Vize-Weltmeister geht er zuversichtlich in den Bewerb. „Die Chancen für den Finaleinzug stehen nicht schlecht – vorausgesetzt man hat einen guten Tag. Mit einer verschnupften Nase zum Beispiel, wird es gleich viel schwieriger. Und die Konkurrenz wird immer stärker“, weiß der erfahrene Bierkenner. Zur Vorbereitung geht es außerdem mit dem zehnköpfigen österreichischen Nationalteam ins Trainingslager, wo vor allem das Finalszenario gut trainiert werden kann. Ende September heißt es dann für das bierige A-Team „Ciao Italia“, wenn in Rimini um den Weltmeistertitel gekämpft wird.
Genussvoll Bier trinken
Zugute kommt Schiffner, dass er selbst Braumeister ist. Vier eigene Kreationen hat er schon entwickelt, tüftelt aber ständig an Neuem. „Immer das Gleiche zu brauen, wäre ja langweilig“, meint er. „Es gibt irrsinnig viele Möglichkeiten für verschiedene Biere und die österreichische Gesetzgebung schränkt die Kreativität kaum ein.“ Da freut es ihn umso mehr, dass der Trend beim Biertrinken verstärkt in Richtung Genuss geht und das Interesse an Neuem ständig steigt.


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