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OÖ/AIGEN-SCHLÄGL. Rund 700 Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen haben in den letzten Monaten Schutz im Bezirk gefunden. Um den anerkannten Flüchtlingen und Asylwerbern unser Werteverständnis und unserer Grundregeln für ein harmonisches Zusammenleben zu vermitteln, können Gemeinden sogenannte Wertedialoge anfordern.  

  1 / 2   Für anerkannte Flüchtlinge und Asylwerber startet das oö. Frauenreferat Wertedialoge, um Grundregeln für ein harmonisches Zusammenleben zu vermitteln. Foto: Weihbold

„Das rasche Erlernen der deutschen Sprache und das Leben unserer Werte sind die Fundamente für erfolgreiche Integration“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer (VP), in dessen Auftrag das Frauenreferat Wertedialoge organisiert. Mobile, mehrsprachige Berater mit interkulturellen Kompetenzen können von Gemeinden gebucht werden. Die etwa zwei Stunden dauernden, kostenlosen Dialoge werden dann vor Ort in Kleingruppen bis zu zehn Personen durchgeführt. Vermittelt werden in erster Linie die Rolle von Frauen in unserem Kulturkreis, Frauenrechte sowie die Grundregeln des alltäglichen Zusammenlebens. So erfahren die Dialog-Teilnehmer, dass alle Menschen in Österreich über die Gestaltung ihres Lebens selbst bestimmen können; dass Frauen und Männer jeden Beruf ausüben können, den sie wollen; dass es in einer Ehe kein Familienoberhaupt gibt; dass für alle Kinder die Schulpflicht gilt; dass jede Form von Gewalt verboten ist. 

„Es ist sehr wichtig, dass sich die Flüchtlinge unserer Mentalität anpassen“, sagt dazu Elisabeth Höfler, Bürgermeisterin in Aigen-Schlägl. In ihrer Gemeinde wohnen derzeit 21 Flüchtlinge, im Sommer werden weitere 30 Flüchtlinge erwartet. „Ich erwarte, dass sie sich an das Leben in unserer Gemeinde, in Österreich, an die Gesetze und an unsere Gegebenheiten halten. Nur so kann ein gutes und wertschätzendes Miteinander funktionieren.“ Die Wertedialoge hält sie daher für eine wichtige Maßnahme. Im Gegenzug sei auch die Aigen-Schlägler Bevölkerung bemüht, Kontakte zu knüpfen und mit den Asylwerbern etwas zu unternehmen. Wie schnell und unkompliziert Integration gelingen kann, zeigte sich vor allem am Fußballplatz: Gebrauchte Fußballdressen wurden organisiert und alle Flüchtlinge zum wöchentlichen Training eingeladen.


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