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AIGEN-SCHLÄGL. Bürgermeisterinnen sind eine Rarität in Österreich. Nur sieben Prozent aller Gemeinden sind in weiblicher Hand, seit Jahren gibt es nur leichte Anstiege. Im Bezirk sind mit Elisabeth Rechberger in St. Veit und Elisabeth Höfler in Aigen-Schlägl zwei Bürgermeisterinnen aktiv. Letztere erzählt in den Tips von ihren Erfahrungen.

Elisabeth Höfler ist seit knapp einem Jahr Bürgermeisterin der fusionierten Gemeinde Aigen-Schlägl - mit Begeisterung, wie sie im Tips-Gespräch bestätigt. Foto: Mathe

Mit einer Befragung ging der Gemeindebund den Problemfeldern, mit denen sich Ortschefinnen befassen müssen, auf den Grund. Dabei kristallisierten sich der hohe Zeitaufwand, der sich mit einem klassischen Familienleben kaum vereinbaren lässt, die spärliche Freizeit und die fehlende soziale Absicherung als Knackpunkte heraus.

Elisabeth Höfler kann dem nur zustimmen. Schon seit rund 25 Jahren ist sie gemeindepolitisch tätig. „Meine drei Kinder sind größer und selbständiger geworden und meine Zeit, die ich für die Gemeinde und die Politik aufbringen konnte, wurde somit mehr.“ Seit zehn Monaten lenkt sie die Geschicke der fusionierten Gemeinde Aigen-Schlägl, zuvor war sie ein Jahr lang Schlägls Bürgermeisterin. „Wenn ich wieder vor der Entscheidung stehen würde, ob ich dieses herausfordernde Amt annehme, würde ich mit einem klaren Ja antworten“, engagiert sich Höfler gerne für ihre Gemeinde. Auch wenn sich ihre Freizeit drastisch minimiert hat, wie sie bestätigt: „Ich nehme das Amt der Bürgermeisterin sehr ernst und verbringe viel Zeit am Gemeindeamt. Dazu kommen die vielen auswärtigen Termine, Sitzungen, Besprechungen. Durch die tatkräftige Unterstützung meines Mannes bei der Haus- und Gartenarbeit, die gute Zusammenarbeit mit meinem Vizebürgermeister und einem perfekten Zeitmanagement bleibt jedoch noch Zeit für Freizeit. Wichtig ist, dass man nicht auf sich selber vergisst – dafür trägt man selbst die Verantwortung“, ergänzt die Aigen-Schläglerin.

Soziale Absicherung fehlt

Handlungsbedarf sieht Elisabeth Höfler aber bei der sozialen Absicherung. „Als hauptberufliche Bürgermeisterin muss ich entweder im Brotberuf kündigen oder man hat, so wie ich, die Möglichkeit zur Dienstkarenz. Nebenberuflich Bürgermeisterin zu sein, wäre eine extreme Dreifachbelastung. Das ist eines der größten Hindernisse. Gerade im ländlichen Raum, wo die Arbeitsplätze ohnehin rar sind, wird es immer schwieriger, Frauen für dieses Amt zu finden“, ist sie überzeugt. Auch im Sinne der männlichen Kollegen müsse es ehestens eine Lösung geben.

„Egal um welche Tätigkeit es sich handelt, ob Bürgermeisterin oder leitende Funktionen im beruflichen Bereich, das Geschlecht darf keine Rolle mehr spielen. Wichtig sind die Qualifikation und das Interesse für diese Aufgaben und ob jemand Herausforderungen annimmt. Diese Grundeinstellung muss in den Köpfen unserer Gesellschaft Platz finden“, meint Höfler abschließend. Dass sich Frauen oft mehr behaupten müssen, als Männer, liege an der Gesellschaft und an „uns Frauen selbst, da wir immer 100-prozentig sein wollen. Auf uns Frauen wird auch mehr Obacht gegeben. Das merke auch ich – „schafft sie das, kann sie das...“ Da darf man sich nie entmutigen und aus der Ruhe bringen lassen.“


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