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Wieder Abschiebung während der Lehrzeit - UPDATE: Junger Lehrling noch nicht abgeschoben, aber Zukunft ist unsicher

Martina Gahleitner, 18.12.2018 07:35

AIGEN-SCHLÄGL. Vor wenigen Tagen wurde ein Lehrling der Familie Gruber in Aigen-Schlägl aus dem Hotelbetrieb abgeholt. Wie die Wirtschaftskammer aktuell meldet, ist der junge Afghane wieder zurück in Oberösterreich, seine Anwältin hat humanitäres Bleiberecht für ihn beantragt.

In der Gastronomie und in vielen Branchen werden junge Fachkräfte gesucht. Foto: Wodicka
In der Gastronomie und in vielen Branchen werden junge Fachkräfte gesucht. Foto: Wodicka

Nach wie vor ist unklar, ob der junge Mann aus Afghanistan in Österreich bleiben kann. Nach letztem Stand ist der Lehrling untergetaucht. Sein Dienstgeber Peter Gruber hat ihn daher beurlaubt, bis seine Zukunft geklärt ist.

WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer sagt zu diesem jüngsten Asylfall: „Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass für integrationswillige Asylwerber, die engagiert eine Lehre absolvieren, ein eigener Aufenthaltstitel im Fremdenrecht geschaffen werden soll. Qualifizierte Zuwanderung ist sicherlich unerlässlich, um den ständig steigenden Fachkräftebedarf in unserem Land zu decken.“ Bei der aktuellen Reform der Rot-Weiß-Rot-Card  hat die Wirtschaftskammer durchgesetzt, dass die Mangelberufsliste erweitert und regionalisiert worden ist. „Das war ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem aus Sicht der Wirtschaft noch weitere folgen müssen. Die Wirtschaftskammer dafür zu kritisieren ist mehr als entbehrlich und ein Zeichen von ganz schlechtem Stil.“

Als Präsidentin der WKO Oberösterreich wird sie sich weiterhin dafür einsetzen, dass das österreichische Fremdenrecht an die Bedürfnisse des Standorts angepasst wird. „Die WKO Oberösterreich steht für eine konstruktive und lösungsorientierte Arbeit, um die Interessen und Anliegen der heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer schnellst- und bestmöglich zu vertreten. Puren Populismus, der gültiges Asylrecht einfach ausblendet, um unsere Polizisten und das oberösterreichische Wirtschaftsparlament anpatzen zu können, lehne ich ganz entschieden ab“, betont Doris Hummer.

  

Von sieben Polizisten abgeholt

Es war Sonntag, 9. Dezember, kurz nach 5 Uhr früh, als sieben Polizisten den jungen Mann aus Afghanistan abgeholt haben. Ohne Ankündigung und ohne, dass sein Chef Peter Gruber darüber Bescheid wusste. Seit drei Monaten ist er als angehender Restaurantfachmann beschäftigt, er spricht perfekt Deutsch, arbeite prompt und zuverlässig, sei bei allen Mitarbeitern beliebt und „eine Bereicherung für den Hotelbetrieb“, heißt es von den Dienstgebern.

Bleiberecht für Dauer der Lehrzeit

Umso unverständlicher ist für die Familie Gruber, dass ihr Lehrling in Schubhaft genommen wurde und abgeschoben werden soll. Hotelier Peter Gruber (Hotel Almesberger, INNs Holz) ist auch Teil der Initiative rund um NEOS Politiker und Unternehmer Martin Leibetseder, die den Stopp der Abschiebungen für die Dauer der Lehrzeit fordert. Für Leibetseder ist dieser Fall wieder Bestätigung, wie wichtig die Initiative ist. „Betriebe suchen händeringend Fachkräfte und finden diese in jungen, motivierten Asylwerbern. Diese sollen deshalb trotz negativem Bescheid ihre Lehre zu Ende machen dürfen, um so Rechtssicherheit für Unternehmer und Auszubildenden zu schaffen“, betont der NEOS-Regionalkoordinator. Er nimmt vor allem auch die Wirtschaftskammer in die Pflicht, die das Thema Lehre & Asyl in der Rot-Weiß-Rot-Karte berücksichtigen müsse.

Bundesregierung muss einlenken

Auch Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) setzt sich seit langem für eine „Ausbildung statt Abschiebung“ ein. Mehr als 63.000 Menschen haben diese Petition unterzeichnet, 105 Gemeinden mit 2,7 Millionen Einwohnern die Resolution beschlossen und 1.053 Unternehmen genauso wie 26.000 Unterzeichner eines Offenen Briefes an den Bundeskanzler fordern das Ende von Abschiebungen während der Ausbildung und weiterhin Zugang zur Lehre für Asylwerber. „Der Druck für Menschlichkeit und wirtschaftliche Vernunft wird immer größer“, freut sich Anschober, und ergänzt: “Wir werden solange immer mehr und immer stärker bis die Bundesregierung einlenkt.“


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Spaziergänger
Spaziergänger
18.12.2018 16:01

Es nervt..

Weshalb muss es unbedingt ein Asylwerber sein? Warum können nicht die tausenden jungen Männer mit positiven Asylbescheid eine Lehre beginnen? Die Unternehmen sind meiner Meinung nach selbst Schuld wenn sie ihre Mitarbeiter verlieren! Weshalb stellen sie auch jemanden einstellen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus!