Die erste Bürgermeisterin Allhamings im Portrait
ALLHAMING. Jutta Enzinger ist seit knapp zwei Wochen erste Ortschefin von Allhaming. Grund genug, sich mit der gebürtigen Niederösterreicherin über ihre ersten Tage im Amt zu unterhalten.

Vor 10 Jahren, als sie mit ihrem Mann nach Allhaming gezogen war, hat sich Jutta Enzinger wohl nicht träumen lassen, dass sie heute als Bürgermeisterin die Geschicke des Ortes leiten wird. Doch schnell fühlte sich die junge Familie hier zuhause und war nach kurzer Zeit bestens integriert. „Mit einem Kind geht das natürlich sehr schnell. Da ist man beim Elternverein dabei und auf diversen Veranstaltungen“, erzählt Enzinger.
Der erste Weg in die Parteipolitik führte über den Kirchenchor, den ÖVP-Fraktionsobmann Hans-Georg Holter leitete. Dieser brachte sie 2015 in den Gemeinderat, in dem sie den Umweltausschuss leitete. „Der Gemeinderat war sozusagen das Sprungbrett“, so die jetzige Bürgermeisterin. „Die Aufgabe hat mir sehr gut gefallen, man bekommt mit, wie man den Ort gestalten kann.“
Seit 2012 wurde Enzinger zudem erstmals in den Pfarrgemeinderat gewählt, dem sie in den letzten zweieinhalb Jahren als Obfrau vorgestanden war. Nun hat sie diese Funktion jedoch zurückgelegt: „Zum einen aus Zeitgründen, aber vor allem auch, um einem Interessenskonflikt vorzubeugen.“
Der Weg ins Gemeindeamt
Gerechnet habe sie nicht damit, dass sie jemand fragt, ob sie das Bürgermeisteramt übernehmen wolle, erzählt Jutta Enzinger, die das Angebot aber auf jeden Fall ernst nahm, „weil offenbar einige Leute der Meinung waren, dass ich die Richtige dafür bin“. Zuerst traute sie sich das mit zwei kleinen Kindern und einem 40- Stunden-Job nicht zu, ist sie im Tips-Gespräch herzerfrischend offen.
„Erst als mein Mann sagte, das magst du, das kannst du, das ist es für dich“, freundete sie sich immer mehr mit dem Angebot an. „Ich habe den Rückhalt in der Familie und auch in der Fraktion gespürt“, war ihre Entscheidung bald klar.
Rein ins kalte Wasser
Überrascht war sie in den ersten Tagen als Bürgermeisterin von der Flut an Zetteln auf ihrem Schreibtisch, die sie zu unterzeichnen hat. Nach Erledigung der ersten offiziellen Termine ist sie schon voll dabei, sich in die dringlichen Themen einzuarbeiten. „Es sind mehrere Projekte angedacht, da muss ich mich in alle Hintergrundinformationen einlesen.“ So steht die Wasserversorgung für Allhaming ganz oben auf der Liste.
„Wir brauchen einen Wasserbehälter zum Speichern. Da laufen schon die ersten Gespräche, das muss bald realisiert werden“, macht Enzinger Nägel mit Köpfen. Auch beim Thema Verkehrsberuhigung wird es demnächst Gespräche mit dem Land geben und die Kinderbetreuung steht im Fokus. Schwierig sieht sie das Thema Gasthaus im Ort: „Man merkt schon, dass das fehlt. Wenn einmal ein Pfarrcafe oder Fest stattfindet, kommen die Leute gerne zusammen. Die Bürger würden sich einen Ort der Kommunikation wünschen.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden