Ein Stück Zeitgeschichte begeistert in Altenberg Jung sowie Alt
ALTENBERG. Obmann des Amateurtheaters Oberösterreich, Regisseur sowie Schauspieler der Theatergruppe Altenberg Gerhard Koller ist voller Vorfreude auf die noch kommenden Termine der Freiluftaufführung „Der Bockerer“. Die Theatergruppe begeistert schon seit 1932 Jung und Alt durch hervorragende schauspielerische Leistung.

„Theater ist etwas, das Spaß macht und Freude bringt“, erzählt Koller aus Altenberg, der seit dem Jahr 1983 Mitglied der Theatergruppe ist. Mehr als 100 Personen – Frauen, Männer und Kinder – engagieren sich in der Theatergruppe vor und hinter der Bühne. Zweimal wöchentlich für je drei Stunden proben die Laiendarsteller für diverse Aufführungen. „Rückt eine Premiere näher, so werden auch Ganztagsproben eingeschoben“, sagt der Regisseur. Fünf aktive Spielleiter wechseln sich ab und sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Mit Ausbildungen des Amateurtheaterverbands Oberösterreich wird den Schauspielern die Möglichkeit gegeben, sich im Bereich des Theaters weiterzubilden. Die Theatergruppe Altenberg unterstützt ihre Mitglieder dabei finanziell.
Hinter den Kulissen
Auch hinter den Kulissen der Theatergruppe verrichten viele Menschen wichtige Arbeit. „Unsere gute Fee, Rosi Grömer, sorgt immer für Kostüme. Vieles wird selbst gemacht, jedoch können wir uns auch Bühnenkleidung wie beispielsweise SS-Uniformen beim Landestheater ausborgen. Auch die Bühnenbauer leisten grandiose Arbeit. Bis zum Zeitpunkt kurz vor einer Aufführung kann man sich auf die Mitarbeit aller verlassen.“ Das Theater ist schon seit 1983 Kollers große Leidenschaft. Er selbst beschreibt das Theater als universelle Kunstform, welche viel Kreativität erlaubt. „Ich lasse den Schauspielern „freie Hand“. Sie können mir Angebote liefern, Ideen einbringen und Wünsche aussprechen. Ich schaue dann, was sich aus all dem machen lässt und wie man das mit meinen Vorstellungen vereinbaren kann. Durch meine langjährige Erfahrung schenken mir die Schauspieler ihr Vertrauen und so schaue ich auch, dass deren Wünsche so gut wie möglich umgesetzt werden können. Theater ist wahrhaftig – es ist eine Gemeinschaftsarbeit.“
Gemeinsamer Erfolg
Bereits vor 20 Jahren führte die Theatergruppe das Stück „Der Bockerer“ im Stadl auf. „Intern bestand mehrmals der Wunsch, das Theaterstück noch einmal zu präsentieren, so entstand die Idee zur Freiluftaufführung“, erzählt Gerhard Koller. Versucht wurde, die Rollen mit den selben Personen zu besetzen, wie vor 20 Jahren. In den meisten Fällen wurde dies auch umgesetzt, nur für die jungen Charaktere wurden neue Schauspieler bestimmt. Manche Szenen wurden vergrößert und manches wurde hinzugefügt. „Ich habe den Film zu „Der Bockerer“ vor einigen Jahren gesehen, dies aber bewusst nicht noch einmal getan, um mich nicht zu sehr beeinflussen zu lassen“, erläutert der Regisseur.
Vorbereitungen
Die Leseprobe zum Stück begann im Jänner dieses Jahres und zu den Proben erschienen die Schauspieler schon mit gelerntem Text. Bei großen Szenen sind teilweise 20 Laiendarsteller auf der Bühne. „Dies erfordert Disziplin und Konzentration. Jeder muss wissen, wohin er gehen soll und warum er dies tut. Wir wollen keine 08/15 Produktion, unser Ziel ist es, gemeinsam Erfolg zu haben und das Publikum mit einzubeziehen und zu begeistern“, sagt Koller. Vor jeder Vorstellung hilft ein Konzentrationskreis allen beteiligten Personen – Schauspielern sowie Statisten – sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, um anschließend Stimmung auf der Bühne vermitteln zu können. „Besonders spannend ist jedes Mal die Reaktion des Publikums. Herausfordernd ist es, ein Stück zum Schluss termingerecht abzuliefern und die Traumvorstellung zu erreichen. Gott sei Dank haben wir das bis jetzt jedes Mal geschafft“, erzählt Koller begeistert.
„Der Bockerer“
Das Theaterstück handelt von dem Fleischhauer Karl Bockerer, der sich nicht für Politik interessiert und doch feststellen muss, dass sie seine beschauliche Welt gehörig ins Wanken bringt. Der aufkeimende Nationalsozialismus im Wien der dreißiger Jahre trägt seine giftige Saat mitten in seine Familie. Der Sohn wird Mitglied der SA und die Gattin gefällt sich als Hitlerverehrerin. Spätestens als sein jüdischer Freund Dr. Rosenblatt nach Amerika emigriert, begreift der Bockerer, dass es ernst wird und beginnt auf seine Art zu handeln. Mit einer Mischung aus Naivität und Humor wehrt er sich.
Nähere Infos gibt es unter www.theater.altenberg.at, Termine fürs Sommer-Openair-Theater: 19./27./28./30. Juli und 3./4./6./10./11. August jeweils um 20 Uhr im Katzjagastadl in Kitzelbach 7, 4203 Altenberg.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden