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ALTMÜNSTER. Man würde glauben, dass jeder Igel gleich aussieht, aber Gabi Kaar kennt sie alle mit Namen – und das, obwohl sie alleine im heurigen Frühling 97 der stacheligen Tierchen ausgewildert hat.
 

„Igelmutti“ Gabi Kaar mit einem ihrer Schützlinge Foto: Kaar
  1 / 4   „Igelmutti“ Gabi Kaar mit einem ihrer Schützlinge Foto: Kaar

Gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard betreibt Gabi Kaar ehrenamtlich den Igelhof Aurachtal, eine von österreichweit nur zwei staatlich geprüften, offiziell anerkannten Igel-Auffangstationen in ganz Österreich. Hier werden verletzte oder kranke Igel gesund gepflegt und jene Tiere versorgt, die sich im Herbst zu wenig Fett für den Winterschlaf anfressen konnten. „Igel sind Wildtiere. Wir behalten sie nur so lange es sein muss“, betont Gabi Kaar.Keine Milch, keine ÄpfelIgel, die auf den Igelhof kommen, werden zunächst entwurmt, entlaust und von Parasiten befreit. Je nach ihrem Zustand überwintern sie dann in einer Box, im Außengehege oder – bei ganz schwachen Igeln – in einem gewärmten Wohnbereich. Gefüttert werden sie mit Mehlwürmern und Katzenfutter. „Viele Menschen stellen Igeln im Garten Milch hin – das ist ganz schädlich, davon bekommen sie schlimmen Durchfall“, warnt die Igelexpertin. Auch Obst, etwa Äpfel, ist für die kleinen Stacheltiere unverträglich.Bei kranken Tieren steht Gabi und Gerhard Kaar ein Tierarzt zur Seite, die Pflege der Igel übernehmen die beiden engagierten Frühpensionisten, zeitweilig unterstützt von ihrer Tochter, in Eigenregie.Hilfe rund um die UhrWer kranke oder verletzte Igel findet, kann sich beim Igelhof telefonisch Rat holen – „rund um die Uhr“, wie Gabi Kaar betont. Davon, Igel ohne Fachkenntnis zu Hause aufzunehmen, rät sie ab: „Man muss vieles beachten, zum Beispiel brauchen Igel Vitamin B, damit sie keine Hinterbeinlähmung bekommen.“ Zudem ist es auch gesetzlich verboten, als Privatperson Wildtiere zu halten. „Da kann es schnell zu einer Anzeige kommen“, so Kaar.Jung-Igel im Garten brauchen meist keine HilfeJunge Igel, die im Sommer in Gruppen im Garten herumlaufen – auch am Tag – sind übrigens keineswegs hilfsbedürftig und sollten in Ruhe gelassen werden: „Die laufen wie kleine Kinder verspielt herum und gehen wieder zur Mutter zurück. Und auch für kleine Igel ist die eigene Mutter immer noch das beste“, betont Kaar. Irren die Jung- Igel jedoch alleine umher, sei Hilfe angebracht.

Der Igelhof Aurachtal ist als Verein organisiert. Futter- oder finanzielle Spenden zugunsten der Tiere werden gerne angenommen (Spendenkonto: IBAN: AT09 1506 0001 7120 4746, BIC: OBKLAT2L), auch Igelpatenschaften (12 Euro/Monat) sind möglich. Igelhof Aurachtal: Sommerholz 1, Neukirchen, Tel.: 0664/3979171, www.igelhof-aurachtal.atIgel-Notruf: 0664/3979171


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