Folgend ist der gesamte Leserbrief auf den Artikel „
Zweierlei vom Naturschutz„
Das Gegenteil von gut - ist gut gemeint. So könnte man am ehesten die Aktion der Jägerschaft am Hang in Hausmening bezeichnen. Dass die Pflege des Hanges mühsam und arbeitsintensiv ist steht außer Frage, und da ja nun die Förderung ausgelaufen ist muss man eine Nutzung überlegen. Allerdings wurden dabei einige Dinge nicht bedacht: Zum einen hätte es eine weitere Förderung über einen anderen Pool gegeben, der sich bei der Größe des Areals so um die 1000 € jährlich bewegt hätte. So hätte der gesamte Magerrasenbestand durchaus erhalten werden können. Nun sind aber Jäger nicht unbedingt Botaniker, und so hat man sich entschlossen, die Wiese zu bebuschen. Das ist sicherlich gut gemeint und auch für den geplanten Zweck sinnig. Allerdings ist aber auch nicht einzusehen, dass über letzte seltene botanische Flächen von einer Hobbygemeinschaft entschieden wird. Es gibt nämlich auch noch andere Lebewesen als Hasen, Rebhühner und Rehe. Man hätte daher die 5500 Sträucher wesentlich besser dafür verwenden können, die anschließende Agrarwüste ein wenig lebensfreundlicher zu gestalten. Was mich wirklich entsetzt ist die Aussage des sogenannten Fachberaters Wolfgang Glänzel: Jeder, der auch nur ein bisschen Ahnung von Natur hat, weiß, dass im Frühjahr nur sehr wenige Arten blühen. Wie kommt dieser Fachberater dann zu der Aussage, er habe im März nichts nennenswertes gefunden? Das sagt doch absolut nichts. Damit stellt er sich selbst das absolute Unfähigkeitszeugnis aus. Wenn überall im Naturschutz solche Experten tätig wären, na dann gute Nacht. Man kann ein Biotop nicht nach einer einmaligen Besichtigung beurteilen! Da sich auch die restlichen Behörden gegenseitig den Ball zuschieben ist nun davon auszugehen, dass eine weitere Heimat seltener Pflanzen, Reptilien und vor allem unzähliger Insektenarten verschwunden ist. Das ist schade und ich hoffe, es kommt bald zu einem Umdenken, wo dann tatsächlich ausgebildete Experten in den diversen Entscheidungsgremien sitzen, die ihre Vorschläge mit Bedacht und vor allem dem nötigen Fachwissen durchbringen. von Rudolf Brandstetter, Amstetten Senden Sie Ihren Leserbrief an:
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