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AMSTETTEN. Immer mehr Menschen entsorgen das Laub in ihrem Garten, statt es aufgehäuft liegen zu lassen. Damit nehmen sie Igeln ihren Unterschlupf. Die Stadt errichtet derzeit Igelhotels.

(v.l.) Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder (Grüne) und VP-Stadtrat Peter Pfaffeneder „besuchen“ das erste Igelhotel im Edlapark. Foto: Stadtgemeinde Amstetten

Das Sauberkeitsverständnis des Menschen geht oft über dessen Wohnraum hinaus und schließt meist die nahen Naturräume mit ein. So wird das Laub und Gehölz im Herbst stets „vorbildlich“ zusammengetragen und entsorgt. Damit wird dem Igel die Suche nach einem ruhigen und warmen Winterbett erschwert.

Unterschlupf für Igel schaffen

Mit sehr einfachen Mitteln kann man jedoch Unterschlupfmöglichkeiten schaffen. Zusammengerechtes Laub, das im Herbst nicht entfernt wird, bietet Nistmaterial für Winterschlafnester. Die Laubhaufen sollten an wind- und wettergeschützten Plätzen zusammengetragen werden, das Nest baut dann der Igel selbst.

Drei „Igelhotels“

Die Stadtgemeinde wird daher an drei Orten „Igelhotels“ einrichten. Das erste Quartier wurde bereits im Edlapark eingerichtet und mit einem Holzpfeil in Szene gesetzt. Die weiteren folgen in Waldheim, am Rand der Forstheide und im Hofmühlpark von Hausmening.

Bevölkerung soll sensibilisiert werden

Mit dieser Aktion soll die Bevölkerung für die belastete Lebenssituation des Igels sensibilisiert werden. „Es ist wichtig, dass wir es schaffen, die natürlichen Lebensbedingungen des Igels zu erhalten, um seinen Fortbestand zu gewährleisten“, so Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder.

Hoffen auf „gute Auslastung“

„Auch wenn sich diese Nächtigungen nicht in der Tourismusstatistik niederschlagen, hoffe ich auf eine gute Auslastung der Igelhotels“, schmunzelt Wirtschaftsstadtrat Peter Pfaffeneder.

Informationen über Igel

Igel gehören zu den ältesten noch existierenden Säugetierformen. Heute stehen sie auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. In der Natur bewohnen Igel bevorzugt Laubwaldränder, Hecken und Feldgehölze. Die stete intensivierte Nutzung und Zerstörung ihrer Lebensräume macht ihnen aber sehr zu schaffen. Die Ersatzlebensräume sind heute vor allem durchgegrünte Siedlungsrandbereiche, Gärten und Parks, die verschiedene Strukturen aufweisen. Wo Nistgelegenheiten und Nahrungsangebot kleinräumig beieinander sind, fühlen sie sich wohl.


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