Donnerstag 30. Mai 2024
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ÖHLING. Anlässlich der GDA-Veranstaltung „Zeitreise durch die Verwaltung – Klimafit in die Zukunft“ sprach der Meteorologe Marcus Wadsak über den Klimawandel.

(V. l.) GDA-Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer, Meteorologe Marcus Wadsak, GDA-Obmann Stellvertreterin Manuela Zebenholzer und GDA-Obmann Anton Kasser (Foto: mai)
photo_library (V. l.) GDA-Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer, Meteorologe Marcus Wadsak, GDA-Obmann Stellvertreterin Manuela Zebenholzer und GDA-Obmann Anton Kasser (Foto: mai)

Dass der Klimawandel ein „riesiges Thema“ ist, das ist für den Meteorologen Marcus Wadsak unumstritten: „Die Erde ist ein genialer, wunderbarer Planet, er hat Wasser, Luft – alles was wir brauchen. Ich stelle mir jedoch die Frage: Passen wir genug auf diesen Planeten auf?“ Laut der Weltorganisation für Meteorologie ist 2023 das wärmste Jahr der Messgeschichte gewesen – mit der höchsten Temperatur der Meeresoberflächen, dem höchsten Meeresspiegel sowie der geringsten Ausdehnung von Meereis in der Antarktis. „Wir haben Alarmstufe Rot. Dieses Thema müssen wir wirklich ernst nehmen“, verdeutlicht Wadsak.

Kritische Limits durchbrochen

Zudem seien 2023 zwei kritische Limits durchbrochen worden: Zum ersten Mal sei die globale Mitteltemperatur von 17 Grad erreicht beziehungsweise für drei Wochen überschritten worden. Weiters sei im Herbst das Limit von 1,5 Grad überschritten worden.

Zur Erinnerung: Das Pariser Klimaabkommen sollte dafür sorgen, dass die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit beschränkt wird; die beteiligten Staaten wollten sogar versuchen, die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

„Das sind wirklich zwei Alarmsignale, die uns schwer zu denken geben sollten“, so Wadsak, der auch auf die bekannten Bilder von Skigebieten ohne Schnee sowie auf zu hohe Temperaturen im Winter verweist. „Die vergangenen zehn Jahre waren die wärmsten aller Zeiten. Das ist kein Zufall“, so der Meteorologe.

Verstärkter Treibhauseffekt

Grund dafür sei, dass der Mensch den Treibhauseffekt massiv verstärke. Durch Abholzung, Verkehr, Industrie und exzessiver Viehzucht verändere der Mensch die Konzentration des Treibhausgases in der Atmosphäre.

„Mit dem Anstieg der Treibhausgase steigt auch die Temperatur an. Wir stehen knapp am Limit von 1,5 Grad. Wenn wir so weitertun wie bisher, werden wir 2030/35 darüber hinausstoßen. Dann kommen Kipppunkte zu Fall und es beginnen Selbstverstärkungsmechanismen“, warnt Wadsak.

Drei bis vier Grad mehr würden eine veränderte Welt mit noch mehr Wetterextremen, Bränden, Hochwässern und dergleichen bedeuten. Ohnehin nicht mehr zu retten seien die heimischen Gletscher.

„Zudem sterben aktuell schon viele Menschen an den Folgen des Klimawandels. Man spricht hier von einer Hitze-assoziierten Übersterblichkeit“, erklärt Wadsak und meint weiter: „Die Frage ist nun, was können wir tun, damit aus der Klimakrise keine Klimakatastrophe wird?“

„Drastische Schritte“ nötig

Fakt sei, dass drastische Schritte nötig sind. Ein wichtiges Thema sei hier ein Umdenken in der Mobilität. „Ich denke hier an Car-Sharing, an E-Mobilität, an Tempo 100“, so Wadsak. Und wenn es möglich ist, sei natürlich der Umstieg auf den öffentlichen Verkehr – vor allem auf die Bahn – das Mittel der Wahl.

Auch nachhaltige Energie sowie die Ernährung und auch die Politik seien Hebel im Kampf gegen den Klimawandel.

GDA-Obmann Kasser: „Der Vortrag von Marcus Wadsak ist für uns im Mostviertel, wo wir dieses Thema sehr ernst nehmen, ein Motivationsschub. Die Inputs, die wir erhalten haben, helfen uns in der Argumentation und stärken uns in den Gemeinden, damit wir auf unserem Weg bleiben.“


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