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BEZIRK. Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber blickt auf das Jahr 2024 zurück und ruft auf, sich ehrenamtlich bei den Feuerwehren des Bezirks zu engagieren.

  1 / 12   Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber zog im Interview mit Tips-Redakteurin Michaela Aichinger Bilanz über das zu Ende gehende Jahr und sprach über zukünftige Herausforderungen für Feuerwehren. (Foto: Wolfgang Zarl)

Tips: Herr Katzengruber, wie stehen die Feuerwehren des Bezirks in Sachen Nachwuchs da?

Katzengruber: Obwohl wir in den vergangenen Jahren bei den Eintritten von Kindern und Jugendlichen ein leichtes Plus verzeichnen konnten und sogar neue Jugendgruppen gegründet wurden, kämpfen wir mit Nachwuchssorgen. Es wird immer schwerer, Kinder und Jugendliche zum Engagement bei der Feuerwehr zu bewegen, da es heute für sie viele Freizeitangebote gibt. Eltern wollen die Kinder natürlich nicht zuplanen. Daher war es mir immer wichtig, die Kinder sehr früh „abzuholen“. Nun ist es schon ab acht Jahren möglich, der Kinderfeuerwehr beizutreten. Das NÖ Projekt „Gemeinsam.Sicher. Feuerwehr“ unterstützt hier ebenfalls mit Thementagen in Volksschulen.

Auch Erwachsene, die in Sachen Familienplanung, Häuslbauen & Co. bereits aus dem Gröbsten heraußen sind, sind oft bereit, bei der Feuerwehr mitzuarbeiten. Fakt ist: Jede helfende Hand ist wichtig! Viele Hände haben uns auch beim schweren Hochwasser im Herbst zum Erfolg gebracht.

Wir hatten 55.000 Feuerwehrleute im Einsatz, davon etwa 500 bis 600 aus dem Bezirk Amstetten, die extrem motiviert waren. Die Bevölkerung brachte uns enorme Wertschätzung entgegen, wir blicken hier auf berührende Erlebnisse zurück. Im Bezirk sind wir mit einem blauen Auge davongekommen, lokale Hotspots wurden von den Feuerwehren gut abgedeckt, der Krisenstab hat sehr gut funktioniert und die Bezirksalarmzentrale, die Notrufe zum Teil aus ganz Niederösterreich entgegengenommen hat, hat tolle Arbeit geleistet.

Was waren für Sie die Höhepunkte im Jahr 2024 und was steht 2025 an?

Zu den Höhepunkten 2024 zählt die Katastrophenhilfsdienst-Übung in Opponitz, die eine der größten Übungen war, die es im Bezirk je gegeben hat. Insgesamt waren 400 Personen unterschiedlichster Blaulichtorganisationen im Einsatz. Alle haben Hand in Hand zusammengearbeitet und wir konnten gute Erkenntnisse gewinnen.

Über das Jahr verteilt haben wir natürlich viele Einsatzübungen – sie sind sehr wichtig als Vorbereitung auf den Ernstfall! Wir hatten 2024 viele große Brände und auch schwere Unfälle: Da muss jeder Handgriff sitzen!

Ein weiterer Höhepunkt war das große FF-Jugendlager in Ruprechtshofen.

Was mir besondere Freude bereitet: Wir waren auch bei Bewerben wieder erfolgreich vertreten. So hat etwa die Feuerwehrjugend Spitzenleistungen erbracht und auch die Aktiven waren bei Bundes- und Landesbewerben vertreten. Bei den Wasserbewerben ging sogar der Landessieg an den Bezirk Amstetten!

Zum Glück hatten wir 2024 auch wenige Personenverletzungen und es gab keine gröberen Unfälle bei den Einsatzfahrten.

Auch den guten Kontakt zu den Gemeinden möchten wir weiterhin aufrechterhalten. Wir sind ja Kulturträger in den Kommunen und leisten einen großen Beitrag für das gesellschaftliche Gelingen – auch im sozialen Bereich als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche.

2025 starten wir in das letzte Jahr der fünfjährigen FF-Wahlperiode. 2026 wird es Neuwahlen geben, verschiedensten Positionen werden neu besetzt werden. Es müssen also Freiwillige gefunden werden, die Verantwortung in der Feuerwehr übernehmen möchten. Das ist sicher eine Herausforderung.

Stichwort Verantwortung: Warum haben Sie sich dieser Verantwortung gestellt?

Weil es schön ist, in einem großen Team zu arbeiten. Weil es mir nur dann auch wirklich gut geht, wenn es anderen gut geht. Wei wir gemeinsam stärker sind und etwas bewegen können. Das Leben von Gemeinschaft ist ein wichtiger Punkt: Hier lade ich alle ein, sich bei uns zu engagieren! Viele Talente sind gefragt – jeder Einzelne ist immer herzlich willkommen!

Feuerwehr-Jahr in Zahlen
In den vergangenen zwölf Monaten wurden die 89 Feuerwehren des Bezirks Amstetten (davon zehn Betriebsfeuerwehren) zu 6.847 Einsätzen gerufen und haben 3.419 Übungen absolviert.
Technische Einsätze: 4.196
Brandeinsätze: 735
Schadstoffeinsätze: 298
Rest: sonstige Einsätze
Die 89 Feuerwehren des Bezirks bestehen aus 5.336 aktiven Mitgliedern (15 - 65 Jahre). In der Feuerwehrjugend (10 - 15 Jahre) sind 828 junge Menschen im Einsatz. Die Kinderfeuerwehr (8 - 10 Jahre) hat aktuell 151 Mitglieder. Insgesamt gibt es 1.277 Reservisten (über 65 Jahre). Der Bezirk Amstetten hat mit seinen 34 Gemeinden insgesamt 7.583 Mitglieder.
Quelle: Bezirksfeuerwehrkommando

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