Strasser: „Klimawandel ist zentrale Herausforderung für die heimische Landwirtschaft“

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Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 07.06.2019 15:52 Uhr

Mostviertel. Um Versorgungssicherheit herzustellen, brauchen wir faire Wettbewerbsbedingungen, behauptet der Präsident des Österreichischen Bauernbunds, Georg Strasser (ÖVP)

„Mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel, bekommen die heimischen Bäuerinnen und Bauern die Auswirkungen des Klimawandels als erstes zu spüren. Das vergangene Jahr zeigte das leider im großen Ausmaß. Lange Trockenperioden, kaum Niederschlag und ein Schädlingsbefall mit fast biblischem Ausmaß, machte den Landwirtinnen und Landwirten das Leben schwer. Diese Extreme werden laut Klimaexperten in den kommenden Jahren noch zunehmen“, sagt ÖVP-Landwirtschaftssprecher und Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser hinsichtlich des Klima- und Ackerbaugipfels, der am 3. Juni in Ladendorf (NÖ) stattfand. Im Anschluss an die Veranstaltung besuchte Strasser zwei Betriebe im Weinviertel, um sich einen Überblick über die aktuelle Situation und die Problemstellungen, der örtlichen Landwirtinnen und Landwirte zu machen.

Diskussion rund um Pflanzenschutzmittel gefordert

Das Hauptziel der heimischen Landwirtschaft ist es, die Versorgungssicherheit von hochqualitativen Lebensmitteln, Futtermitteln sowie von Energie herzustellen. Leider hat sich die Relation von im Inland erzeugten Nahrungsmitteln zum Verbrauch verschoben, sie nimmt immer mehr ab. Die Ursachen hierfür sind bekannt: „Die Bevölkerung nimmt zu, die Fläche wird weniger und durch stark wechselnde klimatische Bedingungen sowie Schädlingen gibt es stark schwankende Ernte-Erträge oder Ausfälle. Doch die Nachfrage bleibt, deswegen werden Lebensmittel aus dem Ausland importiert. Bestes Beispiel hierfür waren die Ernteausfälle im Erdäpfelbereich. Bereits diesen April gab es keine heimischen Erdäpfel mehr, diese wurden und werden aus Ägypten, Zypern oder Israel importiert. Soll das wirklich die Lösung sein? Anstatt heimischen Bäuerinnen und Bauern faire Rahmenbedingungen, auch durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu ermöglichen, holen wir uns lieber Ware aus dem Ausland, mit unklaren Produktionsbedingungen?“, fragt sich Strasser.

Aus diesem Grund fordert Strasser auch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung ein. „Nur wenn die Konsumentinnen und Konsumenten wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, können sie auch objektiv entscheiden. Es wird deswegen notwendig sein, eine transparente und verpflichtende Kennzeichnung auch bei verarbeiteten Produkten einzuführen“, betont der Landwirtschaftssprecher.

Strasser sieht in Zukunft vor allem die Gesellschaft, die NGO„s, aber auch die Wissenschaft gefordert, sich beim Thema Pflanzenschutz vermehrt mit den heimischen Bäuerinnen und Bauern zu beschäftigen: “Eines muss uns allen klar sein, ohne Pflanzenschutzmittel wird es in Zukunft nicht gehen. Eine Lebensmittel-Produktion im Inland ist nicht selbstverständlich. Vielen Kritikern ist nicht bewusst, dass ausländische Erdäpfel mit mehr Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, als heimische Erdäpfel. Hinzu kommt noch der Transportweg. Wenn wir klimafreundliche Lebensmittel haben möchten, müssen wir sie vor Ort produzieren und nicht durch die halbe Welt kutschieren„, erklärt Strasser.

Die heimische Landwirtschaft wird sich künftig leider Wetterextremen anpassen müssen. Von hohen Temperaturen und Trockenphasen bis hin zu Kälteeinbrüchen. “Darum ist es notwendig, dass wird die Forschung intensivieren und neue Züchtungsmethoden forcieren. Nur so können wir Bäuerinnen und Bauern auch weiterhin hochqualitative Lebensmittel produzieren„, so Strasser abschließend.

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