SPÖ Amstetten fordert Arbeitsgruppe für kommunalen Klimaschutz
AMSTETTEN. In der kommenden Gemeinderatssitzung (12. Juni) wird die SPÖ Amstetten erneut einen Antrag zur Einführung einer Arbeitsgruppe für kommunalen Klimaschutz stellen. Aus Sicht der Sozialdemokraten passiert in Amstetten in diesem Bereich „nach wie vor viel zu wenig“. Dem widerspricht Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder (Grüne).

„Es ist enttäuschend, dass wir nach vier Jahren Schwarz-Grün noch immer keine klaren und umfassenden Klimaschutzstrategien haben. Der aktuelle Klimaaktionsplan ist nicht mehr als ein Schönwetter-Poster, das die Realität verschleiert“, kritisiert SPÖ-Stadtrat Bernhard Wagner.
Erst durch das „Drängen der SPÖ Amstetten“ seien jetzt wichtige Schritte unternommen worden, um Gemeindeentscheidungen konsequent auf ihre Klimarelevanz zu prüfen. In Zusammenarbeit mit der Energie- und Umweltagentur NÖ hat sich die Stadtgemeinde Amstetten an der Ausschreibung „Klimaneutralitätsfahrpläne für Pionier-Kleinstädte“ beteiligt. Das Hauptziel dieses Projekts ist die Erstellung eines Strategieplans zur Erreichung der Klimaneutralität von Amstetten.
SPÖ: „Zentrale Anlaufstelle für Klimaschutz schaffen“
SPÖ-Gemeinderätin Birgit Kern betont: „Es ist unerlässlich, dass wir abteilungs- und ausschussübergreifend zusammenarbeiten und eine zentrale Anlaufstelle für Klimaschutz schaffen, die auch über ein eigenes Budget verfügt. Nur so können wir die notwendigen Maßnahmen effektiv umsetzen. Hier müssen wir breit und in viele verschiedene Richtungen denken. Denn Klimaschutz ist viel mehr als gut vermarktbare Maßnahmen, wie sie etwa am Hauptplatz passieren.“
Die SPÖ Amstetten erwartet sich von der geforderten Klimaschutz-Arbeitsgruppe, dass sich alle Fraktionen beteiligen und Bürger sich aktiv einbringen. Diese Zusammenarbeit sei „entscheidend, um nachhaltige und wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen“.
„Wir sind überzeugt, dass durch die Einrichtung einer solchen Arbeitsgruppe und die aktive Beteiligung der Bürger Amstetten zu einem Vorbild in Sachen Klimaschutz werden kann. Es ist höchste Zeit, dass wir gemeinsam handeln und konkrete Schritte für eine klimaneutrale Zukunft setzen“, so Wagner abschließend.
Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder (Grüne): „Umweltreferat leistet hervorragende Arbeit“
Die Kritik der SPÖ lässt Dominic Hörlezeder nicht auf sich sitzen: „Nur in wenigen Städten Österreichs wird Umwelt- und Klimaschutz ein derartiger Stellenwert gegeben wie in Amstetten. Jedes unsere Großprojekte wurde speziell im Hinblick auf Energieeffizienz ausgearbeitet und optimiert. Ein eigens geschaffenes Umweltreferat leistet tagein tagaus hervorragende Arbeit zu den Themen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit.“
Als „Vorzeigebeispiel“ verweist Hörlezeder auf den Hauptplatz verweisen. „Dieser wird im Schwammstadtprinzip ausgeführt. Das heißt, der Untergrund ist so konzipiert, dass er enorme Mengen Wasser speichert. Das hilft den Bäumen an der Oberfläche, Trockenphasen zu überstehen und ist im Fall von Starkregenereignissen ein wertvoller Hochwasserschutz, weil Wasser wie in einem Schwamm gespeichert wird“, so der Stadtrat.
Forstheide
Auch der Grünraum spiele in Amstetten eine „zentrale Rolle“. Hörlezeder: „Der unbedingte Schutz und die Entwicklung unserer Forstheide ist mitunter Grundlage für eine intakte Umwelt, infolge dessen ein Beitrag zum Klimaschutz, für die Artenvielfalt und somit zur Versorgungssicherheit. Ein Rädchen greift ins andere – und zwar seit Jahren!“
In Sachen Energiezukunft habe man mit den Stadtwerken einen „hervorragenden Partner“. Laufend werde das Stromnetz verbessert und erweitert und in erneuerbare Energieträger investiert. Von Freiflächen-PVs bis zu Bürgerbeteiligungsmodellen werde hier ganzheitlich gedacht.
Das steigere die Unabhängigkeit vom Strommarkt, wirke sich in weiterer Folge preismindernd für die Konsumenten aus und schütze im Endeffekt das Klima.
Klimaaktionsplan
„Vor Kurzem haben wir den Klimaaktionsplan veröffentlicht, indem eindrucksvoll die bisherigen Projekte und Errungenschaften in puncto Klimaschutz dargestellt werden. Dieser Klimaaktionsplan stellt unseren Ist-Zustand dar, für den wir unter anderem vonseiten der Energie- und Umweltagentur NÖ Lob ausgesprochen bekamen. Logischerweise beinhaltet dieser auch Projekte, die vor 2020 umgesetzt wurden, ich war auch davor schon für die Umweltagenden der Stadt verantwortlich“, so Hörlezeder.
Für ihn sei das aber nur eine Bestandsaufnahme „und gleichzeitig der Beginn um unser Ziel, nämlich bis längstens 2040 ein klimaneutrales Amstetten zu erreichen“.
Hörlezeder: „Daher wird die Stadt gemeinsam mit unseren Partnern, den Stadtwerken, der ENU und weiteren in den kommenden eineinhalb Jahren einen Klimaneutralitätsfahrplan entwickeln. Dafür haben wir erst vor kurzem die Förderzusage seitens des Bundes erhalten. Hier laufen im Hintergrund längst die Vorbereitungen des Prozesses.“


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