Integrations-Landesrat Rudi Anschober besucht Flüchtlingsklasse
ANDORF. Landesrat Rudi Anschober überraschte die jungen Frauen, die derzeit die „Übergangsklasse für Asylwerberinnen“ in der Landwirtschaftlichen Fachschule Andorf besuchen.

Viele Fragen brennen den jungen Frauen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, auf der Seele. Integrations-Landesrat Rudi Anschober nahm sich vergangene Woche Zeit und besuchte die Mädchen in Andorf, um sich ihre Probleme anzuhören und Lösungen zu finden. Bei seinem Eintreffen waren diese gerade dabei fleißig Englisch zu lernen. 25 Stunden pro Woche besuchen die 15 Mädchen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren die außerordentliche Klasse und lernen dort Deutsch, Mathematik, Englisch, Geografie, Geschichte und Ethik. Zur Vorbereitung auf Mangelberufe in der Gastronomie und in sozialen Berufen kommt auch der Praxisunterricht nicht zu kurz. Anschober war begeistert, wie gut die Mädchen schon Deutsch sprechen. Projektverantwortlicher Alfred Steininger dazu: „Ihr Deutsch war sehr bescheiden als sie zu uns gekommen sind. Jetzt kann man sich mit den meisten schon gut unterhalten.“
Größter Wunsch: Ein positiver Bescheid
Besonders quält die Mädchen die Frage, wie lange es dauern kann, bis sie einen positiven Bescheid bekommen oder wie es nach dem Jahr in der Schule in Andorf weitergeht. Einige wünschen sich auch einen Platz, der ihnen ein ungestörtes Lernen ermöglicht. Ihr Zimmer in den Flüchtlingsquartieren teilen sie sich oft mit mehreren Familienmitgliedern. Auch der Wunsch nach Wien zu ziehen, wurde geäußert. Anschober brachte bei seinem Besuch viel Verständnis für die Asylwerberinnen und die Schwierigkeiten, die sie in dem für sie fremden Land zu bewältigen haben, auf. „Für jedes Problem gibt es eine Lösung“, mit diesen Worten verabschiedete sich Anschober. Er versprach den Mädchen weiterhin ein offenes Ohr für sie zu haben und gab ihnen seine Kontaktdaten: „Wir sehen uns auf Facebook. Ich freue mich auf eure Postings.“
Um Absicherung des Projekts bemüht
„Das Projekt kann in ganz Österreich als Modellprojekt gesehen werden. Nach dem heutigen Lokalaugenschein werde ich versuchen, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, für eine Finanzierung und längerfristige Absicherung des Projektes zu werben“, erklärt Anschober. Derzeit wird das Projekt in Andorf mit Geldern der gemeinnützigen Spanlang-Stiftung und des Sozialhilfeverbandes finanziert. Die Landwirtschaftliche Fachschule stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden