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ANSFELDEN. Nächste Runde im Streit um die Umfahrung Haid: Eine Bürgerinitiative ruft nun zum Erhalt und Schutz des Wasserwaldes in Haid auf. Das Infrastrukturressort des Landes OÖ verteidigt indes die Verkehrslösung.

Fotos: Pointner
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Das Infrastrukturressort des Landes OÖ hat, wie berichtet, gemeinsam mit der ASFINAG eine Verkehrslösung mit einer Umfahrung in Haid und einem geeigneten Autobahnanschluss entworfen.Das Land Oberösterreich fertigte in der Vergangenheit, gemeinsam mit seinen Partnern, das Maßnahmenpaket Haid an. Essentielle Punkte des Programms sind die Errichtung der Umfahrung Haid, die neue A1-Anschlussstelle Traun-Haid, die neue Flächennutzung im Bereich des Wasserwaldes, die Sicherung der wichtigen ÖV-Trasse für die Verlängerung der Straßenbahnlinie vom Schloss Traun bis nach Kremsdorf sowie die Neuaufforstung des Wasserwaldes. Das Maßnahmenpaket wurde mit Grundsatzbeschlüssen der Landesregierung 2009 sowie 2013 erarbeitet und in enger Abstimmung mit den Gemeinden geplant.

LR Steinkellner: „Verkehrsentlastung erforderlich“

„Diese Planungen stellen ein wichtiges Infrastrukturprojekt dar, welches die Bevölkerung massiv vom Verkehr entlastet“, so Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner. Besonders die Diskussion um den örtlichen Wasserwald sorgt für Unmut bei einer Bürgerinitiative. Beim Wasserwald Haid handelt es sich um ein Waldstück, das künstlich aufgeforstet wurde, um den Brunnen des Wasserwerks zu schützen. Der Forderung der Bürgerinitiative, den Wasserwald als „Biotop“ für die Naherholung zu erhalten, bringt Steinkellner entgegen, dass die Naturschutzabteilung, der Forstdienst und der OÖ. Umweltanwalt bei der Konzipierung beteiligt waren und diese abstimmten. Da das Gebiet darüber hinaus künstlich angelegt wurde und eingezäunt sei, stehe der Öffentlichkeit kein Naherholungsgebiet zur Verfügung. Das vorliegende Raumkonzept sehe zusätzlich eine großzügig angelegte Ersatzaufforstung, um das 1,5-Fache der zu rodenden Fläche vor. Die Aufforstung käme demnach den Bewohnern als Naherholungsgebiet zu Gute. „Ebenfalls dienen die Aufforstungen der Verbesserung des Sipbachkorridors“, so Steinkellner.

„Leider können Verkehrslösungen nicht immer zur Zufriedenheit aller Beteiligten erarbeitet werden. Mir fehlt dennoch das Verständnis dafür, dass kleine Gruppen sich vor das Wohl der Allgemeinheit stellen. Mit dem geplanten Infrastrukturprojekt wird ein leistungsfähiger Verkehrsknoten konzipiert, von dem die Gemeinden Ansfelden, Haid und Pucking massiv entlastet werden. Ein leistungsfähiger Anschluss an die A1 und A25 wird geschaffen, zukunftsfähige ÖV-Anbindungen sichergestellt und ein umweltverträglicher Wirtschaftsraum verkehrstechnisch optimal erschlossen. Auch die Tatsache, dass es zukünftig mehr Erholungsraum und Begrünung als bisher geben wird, ist ein wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenpakets“, unterstreicht Steinkellner. „Ein in die Länge ziehen wichtiger Infrastrukturprojekte stellt für die große Mehrheit der oberösterreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler einen Schaden dar“, so Steinkellner. 

Bürgerinitative formiert sich

Dem setzt Alfred Pointner, Initiator der „Bürgerinitiative zum Erhalt und Schutz des Wasserwaldes in Haid“ auf Anfrage von Tips Linz-Land folgende Stellungnahme entgegen:

„Der 70.200 Quadratmeter große Wasserwald im Stadtteil Haid existiert seit 80 Jahren. Er ist ein Rückzugsgebiet für viele Tiere. Trotz seiner Einzäunung erfüllt er eine große Erholungsfunktion für die angrenzende Bevölkerung. Eine Wiederaufforstung an anderer Stelle würde für die jetzige Generation keinen Nutzen haben. Denn erst nach 15 bis 20 Jahren würde die Neubepflanzung eine ansprechende Wuchshöhe erreicht haben. Mit der Rodung des Wasserwaldes würde das letzte verbliebene Biotop im Stadtteil Haid verschwinden. Wir, die „Bürgerinitiative Erhalt und Schutz des Wasserwaldes in Haid“, haben sowohl dem Land OÖ als auch der Stadtgemeinde eine alternative Lösung angeboten. Das zukünftige Wohngebiet könnte 300 Meter nach Süden verrückt werden. Der Wald bliebe erhalten. Der private Finanzierungs- bzw. Abschöpfungsbeitrag würde sich etwas verringern und müsste neu verhandelt werden. Wir sind gesprächsbereit“, so Pointner. 

Die Bürgerinitiative lädt alle Bürger zur Informationsveranstaltung:

Info-Abend

der Bürger- und Bürgerinneninitiative Maßnahmenpaket Haid – B139 Neu

Dienstag, 17. Jänner 2017, Beginn 18 Uhr im Rathaussaal Haid


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