Bei Lisi Neumüller sind die Kleinen seit zehn Jahren in guten Händen
ARNREIT. „Mein ganzer Wohnraum ist mein Arbeitsplatz“, sagt Elisabeth Neumüller, die seit zehn Jahren hauptberuflich auf Kinder aufpasst. Sie ist eine von 13 angestellten Tagesmüttern, die im Bezirk Rohrbach aktiv sind.

„Momentan schaut“s gut aus, alle meine Tagesmütter sind ausgelastet“, berichtet Judith Auberger, Geschäftsführerin des Vereins der Tagesmütter und Tagesväter im Bezirk Rohrbach. Allerdings würde sie sich noch Tagesmütter für die Gegend rund um St. Martin wünschen, um auch hier den Bedarf gut abdecken zu können.
60 Kinder in zehn Jahren
13 Tagesmütter betreuen derzeit 50 Kinder. Lisi Neumüller hat in den vergangenen zehn Jahren in diesem Beruf schon mehr als 60 Kinder begleitet. „Früher sind sie länger geblieben – zwei, drei Jahre, das längste sogar fünf Jahre“, erinnert sich die Arnreiterin. Heute kommen Tagesmütter vor allem zum Einsatz, um die Zeit bis zur Krabbelgruppe oder Kindergarten zu überbrücken. „Sobald es in einer solchen Einrichtung einen Betreuungsplatz gibt, wechseln Eltern, weil es dann keine finanzielle Unterstützung mehr von der Gemeinde und vom Land gibt. Aber oft wäre die Betreuung in der Kleingruppe die bessere Möglichkeit“, kritisiert Neumüller die fehlende Wahlmöglichkeit.
Das Lächeln der Kinder ist das Schönste
Ihr ist wichtig, dass die Kinder den Alltag mitleben. „Ich binde sie überall ein – beim Kochen, der Gartenarbeit, wir gehen jeden Tag zum Bauernhof und sind viel draußen unterwegs.“ Auch der Wohnraum ist ganz darauf ausgelegt, dass sich die Kleinen wohlfühlen. „Pädagogik ist beim Spielen immer dabei“, ergänzt Lisi Neumüller. Für sie ist ihre Arbeit „eine sehr erfüllende Tätigkeit. Es ist schön, gebraucht und geliebt zu werden und das Lächeln der Kinder ist ohnehin das Schönste.“ Und vor allem ist sie gerne ihr eigener Chef. „Ans Aufhören habe ich noch nie gedacht“, sagt die Tagesmutter aus Arnreit, „nur schaut es halt immer aus – das ist der einzige Nachteil“, meint sie schmunzelnd.
Loslassen ist nicht einfach
Was braucht es nun, um eine gute Tagesmutter zu sein? Humor, Gelassenheit und Gespür für die Kleinen, zählt Neumüller auf. „Bis jetzt hab ich noch kein Kind abgeben müssen, weil es nicht bei mir geblieben ist“, erinnert sich die erfahrene Tagesmutter, die sich laufend weiterbildet. „Bei mir brauchen sie auch meist keinen Schnuller, erst wenn die Mama kommt, fragen sie diesem wieder nach.“ Oft sei es gerade für Mütter nicht einfach, loszulassen. Aber bei Lisi Neumüller wissen sie, dass ihr Kind in guten Händen ist.


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