Konzert in der Wallfahrtsbasilika
ATTNANG-PUCHHEIM. Das Konzert in der Wallfahrtsbasilika war ein Abend auf höchstem Niveau: Zwei strahlende, ausdrucksvolle Stimmen – Xim Wang (Sopran) und Christa Ratzenböck (Mezzosopran), das Kammerorchester Attnang-Puchheim in Bestform und Dirigent Hans Schifflhuber, der die Gesangssolistinnen und die Instrumentalisten zu frischem, pointiertem Musizieren in heiterer Grundstimmung führte.

Nach der Ouverture zu Titus/W.A.Mozart und dem Andante aus der Sinfonie Nr. 5 von Franz Schubert dirigierte Hans Schifflhuber Andante und Menuetto aus der Sinfonie HV I/101 (Die Uhr) von J. Haydn so, wie sie selten zu hören ist: klassisch ausgewogen, klar in den Linien, mit exzellentem Stilgefühl, leichter Zurückhaltung im Andante, Spielwitz und Übermut im Menuetto, die Haydns Geist immer präsent und lebendig werden ließen und zeigten, dass dem großen Meister Haydn immer der Schalk im Nacken gesessen ist.
Christa Ratzenböck sang Händel, Gluck und Verdi mit unvergleichlich schwebendem Glanz; es war ein Ineinander von Leichtigkeit, Intensität, Innigkeit (Gluck!) und Andacht (Verdi!). Beide Solistinnen fanden sich bei Mozart: Das Duett „O sieh, teure Schwester“ wurde – ergänzt mit Gestik und Mimik – köstlich interpretiert. Xin Wang sang Puccini, Händel und zuletzt das Älleluja aus der Motette „Exsultate, jubilate“. Was Mozart da verlangt, meisterte Xin Wang mit links: Herrliche Kantilenen, sichere Koloraturen, blühende Höhen, die nie in Schärfe ausarten, und großartig verhaltene Piano-Phrasen - da stimmte einfach alles! Das Publikum war begeistert.
(von Fred Androsch)


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