Streichquartett und Ballettensemble
ATTNANG-PUCHHEIM. Der Brucknerbund Attnang-Puchheim veranstaltete in der Landesmusikschule Vöcklabruck im Rahmen des „Treffpunkt Musikschule“ das 1. Konzert des Attnang-Puchheimer Musiksommers. Die Interpreten: Das Franz Xaver Frenzel Quartett mit Lui Chan/1.Violine, Johanna Bohnen/2.Violine, Laura Maria Jungwirth/ Viola und Bertin Christelbauer/Violoncello. Nach der Pause kam ein Ballettensemble des Landestheaters Linz mit Mei Hong Lin/Choreographie, Geoffroy Poplawski, Kyala May Corbin und Nuria Gimenez Villaroya dazu.

Im ersten Teil interpretierte das Streicherensemble das Quartett in C-Dur KV 465 – das Dissonanzen-Quartett – von W.A.Mozart. Von der düsteren Atmosphäre des Einleitungs- Adagios führten die Musiker mit einem romantischen Schimmer über den Klangfarben Zur hellen C-Dur-Klarheit des sanglichen Allegro, brachten das Andante cantabile als
poetisch langsamen Satz, das Menuett derb-heiter als Gegenpol zum dunklen c-moll-Trio; im Allegro molto gabeb sich alle guten Geister eines heiteren Frohsinns ein Rendezvous – nur ab und zu von besinnlichen Episoden unterbrochen.
Nach der Pause stand Franz Schuberts Streichquartett in d-moll DV 810 „Der Tod und das Mädchen“ am Programm, gespielt vom F.X.Frenzel Quartett, getanzt von einem Ballett-Ensemble des Landestheaters Linz. Das Streichquartett in d-moll – das mittlere von Schuberts drei letzten Quartetten (DV 804, 810 und 887) – führt tief in die Spannungssphäre von Sein und Vergehn. Das einzigartige Werk kommt aus einer ernsten, grüblerischen Welt und wurde phänomenal interpretiert.
Die dynamischen Akzente, die drängenden Motive, die mächtigen Akkordballungen, die Variationen von Stimmen der Klage, der Verzweiflung, des Schmerzes und des trotzigen Aufbegehrens – alles wurde mit subtiler Klangbalance und hinreißender Bravour meisterhaft abgestimmt musiziert.
Das Ballett war geprägt von hervorragender Choreographie, optischer Opulenz und fabelhaften Tanzleistungen. Tänzerische und musikalische Phantasie entzündeten sich am Stoff und führten zu suggestiven Tanztheaterbildern – eine Bestätigung der zeitlos gültigen Allianz von Tanz und Musik.
(von Fred Androsch)


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden