Das Ensemble Classico in der Georgskirche
ATTNANG-PUCHHEIM. Das zweite Konzert des Attnang-Puchheimer Musiksommers 2016 fand in der Georgskirche Puchheim statt. Zu Gast war das Kammerorchester Ensemble Classico (Pierre Cochand/Violine und Leitung, Lui Chan/Violine und Michaela Reingruber/Saxophon, am Programm standen Werke von Joseph Haydn, Antonio Vivaldi, Sergej Rachmaninow, Astor Piazzolla und nach der Pause Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach.

Eröffnet wurde das Konzert mit Haydn (Divertimento F-Dur,opus 5/3), der voll Heiterkeit und Zartheit perfekt musiziert wurde. Dann spielte Michaela Reingruber den Solopart in: Aria „Agitato da due venti“ von Vivaldi (am Sopransaxophon), „Vocalise“ von Rachmaninow und „Tango-Etude Nr.3 von Piazzolla (am Altsaxophon).
Die Aria von Vivaldi – ein bestens gelungenes Arrangement eines herrlichen Musikstückes – sowie die Vocalise und die Tango-Etude wurden von der Solistin und dem Ensemble harmonisch abgestimmt und mit phänomenalem Stilgefühl (Vivaldi *1680, Rachmaninow *1873 und Piazzolla *1921) musiziert.
Im zweiten Teil erklangen Mozart, Dvorak und Bach: Im Mozart-Divertimento (F-Dur, KV 138) kamen die konsequente motivische Arbeit, die beseelte Melodik und die humorvollen Intermezzi des (damals 16jährigen!) Salzburger
Meisters hervorragend zur Aufführung, die Interpretation von Dvoraks Walzern opus 54 war geprägt von den unverfälschten Melodien und dem elektrisierenden Rhythmus der tschechischen Volksmusik. Das Konzert für zwei Violinen und Orchester in d-moll BWV 1043 war das letzte Werk am gedruckten Programm und ein großartiger Höhepunkt.
Das Konzert ist ein ständiges Dialogisieren der beiden Solisten, einer Technik, die bei Bach ein unvergleichliches Ausdrucksniveau erreicht. Im ersten Satz (Vivace) duettierten Pierre und Lui über ein vitales Fugenthema, im zweiten (Largo ma non troppo) ließen sie einen friedvollen Gesang wie ein Wunder aufblühen und im dritten Satz (Allegro) – dem längsten Satz des Konzerts – führten die beiden Virtuosen Bachs typische enge Verzahnung von Soli- und Tutti-Teilen exzellent vor.
Die Zugaben (Bernstein, Telemann, Piazolla) waren ein schöner Ausklang.
(von Fred Androsch)


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