Botschafter besucht Grab eines großen Staatsmannes Litauens

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Gertrude Paltinger, BSc Gertrude Paltinger, BSc, Tips Redaktion, 30.10.2019 08:09 Uhr

BACHMANNING. Der litauische Botschafter in Österreich, Donatas Kušlys, war in der kleinen Wels-Land-Gemeinde zu Gast. Er und seine Mitarbeiter haben hier das Grab des ehemaligen litauischen Ministerpräsidenten besucht.

Am Friedhof von Bachmanning liegt eine prägende Persönlichkeit für den Staat Litauen begraben: Antanas Tumėnas. Der 1880 geborene Tumėnas war Jurist, Staatsrechtler, Universitätsprofessor, Vorsitzender der Verfassungskommission, Parlamentspräsident, drei Mal Justizminister und von 1924 bis 1925 sogar Premierminister von Litauen. Er engagierte sich im Komitee zur Befreiung Litauens und wurde vom Nazi-Regime des Hochverrats bezichtigt. Er konnte nach Wien fliehen, wo seine Tochter studierte. Durch eine Freundschaft zum damaligen Hilfspfarrer von Bachmanning, Pranas Penkauskas, kam er in den Ort.

Tumėnas starb in Bachmanning

Tumėnas war allerdings nur kurz in Bachmanning, er starb am 8. Februar 1946 im Pfarrhof an einem schweren Lungenleiden. Begraben wurde er vier Tage später am Bachmanninger Friedhof in einem gemauerten Grab. 1992 wurde auch die Urne seiner Tochter Danute Marija Vasiliauskas, die in den USA lebte, im Grab beigesetzt. Lange hatte die Bachmanningerin Monika Grabner Kontakt zur Familie. Sie und ihre Mutter haben über Jahre das Grab gepflegt.

Neue Erinnerungstafel

„Dem Staat Litauen ist es in den letzten Jahren ein Anliegen, die Grabstätten ihrer verdienten Bürger auszuforschen und zu verschönern“, erklärte der litauische Botschafter in Österreich, Donatas Kušlys, bei einem Besuch am Grab des großen Staatsmannes. Es wurde auch eine Zusatztafel angebracht, mit der auf die Funktion von Tumėnas hingewiesen wird. „Durch die neue Erinnerungstafel soll die Bevölkerung erfahren, welche herausragende Persönlichkeit hier begraben liegt“, fügte der Botschafter hinzu. „Durch das Grab von Premierminister Tumėnas gibt es eine ewige Verbundenheit zwischen Bachmanning und dem Staat Litauen“, ergänzte Bürgermeister Karl Kaser.

Vermerk in Buch

Diese Geschichte rund um Tumėnas Tod fand auch einen Eintrag in das Buch „2500 Jahre Beziehungsgeschichte(n) Österreich und Litauen“ von Judith Lewonig (2014). Der Bachmanninger Hobby-Heimatforscher Franz Rapold war der Buchautorin damals bei den Recherchen zur Geschichte der Familie Tumėnas behilflich.

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