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BAD ISCHL. Der „Dreck unter unseren Füßen“ wird oft wenig geschätzt. Dennoch ist der Boden die Grundlage von 99,7 Prozent aller Lebensmittel. Schüler, Experten und Politiker diskutierten beim Bodenforum im Kongress&Theaterhaus über Schutzmöglichkeiten für die „Lebensgrundlage Boden“.
 

  1 / 2   Barbara Hinterstoisser (2.v.l.; BOKU) und Renate Leitinger (2.v.r.; oö Landesregierung, Abteilung Umweltschutz) überreichten, moderiert von Karl Ploberger (l.), dem Ischler Bürgermeister Hannes Heide ein Bodenprofil seiner Gemeinde.

Die Diskussion fand unter der Schirmherrschaft der Initiative Mutterboden statt. Und die Schüler - unter anderem aus dem ABZ Altmünster, der HLW Bad Ischl und dem BRG Schloss Traunsee - zeigten sich gründlich vorbereitet: So wurde hinterfragt, warum von der Politik immer neue Einkaufsparks genehmigt werden, obwohl dadurch wertvolle Ackerfläche verloren geht. 22,4 Hektar fruchtbarer Boden verschwinden in Österreich täglich aufgrund von Versiegelung - vor allem durch den Bau von Straßen und Gebäuden. Im oö. Raumordnungsgesetz sei durchaus eine sparsame Verwendung der Bodenfläche gefordert, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (VP). Handlungsbedarf sei jedoch durchaus gegeben, immerhin liege Österreich mit 1,79 Quadratmeter Einkaufsfläche pro Bürger weit vor vergleichbaren Ländern wie etwa Deutschland (1,25 Quadratmeter).

„Hirnschmalz und Hartnäckigkeit“

Diskussionsthema war aber auch die Bodenqualität: Bio Austria-Obfrau Gerti Grabmann betonte, dass die biologische Landwirtschaft einen „gesunden Boden“ zum Ziel habe. Dieser sei dann die Grundlage für einen guten Ertrag: „Das erfordert Hirnschmalz, Hartnäckigkeit, und man muss auch manchmal Einbußen hinnehmen, bis man weiß, was der Boden wirklich braucht“, so Grabmann. Neben der Düngung spiele bei der Bodenqualität auch die Verdichtung - etwa durch schweres landwirtschaftliches Gerät - eine wesentliche Rolle. Wenn man dieser entgegenarbeitet, wirkt sich das auch positiv auf die „Rückhaltefähigkeit“ des Bodens aus, wie Landtagsabgeordneter Markus Reitsamer (Grüne) und Mario Winkler von der Hagelschadensversicherung betonten. Denn bei Starkregenfällen, wie sie in den letzten Jahren immer wieder zu beobachten sind, sei die Wasser-Aufnahmefähigkeit des Bodens ein wesentlicher Faktor.

Den Boden „erleben“ beim BOKU-Mobil

Im Rahmen der Diskussion machte auch das BOKU-Mobil der Universität für Bodenkunde in Bad Ischl Station - und ermöglichte Schülern wie Passanten interessante Einblicke. So konnte man bei einem „Mikrotheater“ Bodenlebewesen an der großen Leinwand beobachten, an einem Modell einen Steinschlag auslösen und sich über die Gasentstehung bei der Kompostierung informieren.


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