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BAD ISCHL. Auf die Folgen der Einführung von Kindergartengebühren für die bislang kostenlose Betreuung am Nachmittag machten Vertreter der Bezirks-SP im Rahmen einer Pressekonferenz aufmerksam.

Ischls Bgm. Hannes Heide, LAbg. Sabine Promberger und StR. Ines Schiller (v.l.) kritisieren die Kostenpflicht für die Kindergarten-Nachmittagsbetreuung.

In den Ischler Gemeindekindergärten wurden 50 bis 60 Prozent der bisherigen „Nachmittagskinder“ aufgrund der eingeführten Kostenpflicht von der Nachmittagsbetreuung abgemeldet, in Ebensee gibt es statt bisher drei nur mehr eineinhalb Nachmittagsgruppen, und auch in Laakirchen wurden von 109 Nachmittagskindern 45 abgemeldet.

Mit diesem Zahlen machte Landtagsabgeordnete Sabine Promberger (SP) auf die gravierenden Auswirkungen der Kostenpflicht für die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten aufmerksam: „Die einen Mütter werden ihre Kinder abgelden, da sie sich die Beiträge nicht leisten können oder es sich ganz einfach nicht mehr auszahlt, mehr zu arbeiten. Die anderen Frauen sind auf eine Betreuung an gwissen Tagen zu einer bestimmen Zeit angewiesen und finden dann keine Betreuungseinrichtung im Ort mehr vor, weil ihre Gruppe nicht mehr zustande kommt. Damit wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter erschwert“, so Promberger, die von einer „Kindergartensteuer“ spricht.

Kindergarten „mehr als eine reine Aufbewahrungsstätte“

Auch die Ischler Sozialstadträtin Ines Schiller kritisiert, dass die neue Regelung die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Frauen erschwert. Zudem werde der Wert des Kindergartens als Bildungseinrichtung vernachlässigt: Von manchen würde der Kindergarten wohl noch als „Aufbewahrungsstätte“ für Kinder gesehen, dabei geschehe dort wichtige pädagogische Arbeit – vom sozialen Lernen bis zur motorischen Förderung.

Problematisch sei auch die Situation der Pädagoginnen und Helferinnen, für die es kurzfristig zu Stundenkürzungen und damit zu einem Einnahmenentfall in einem nicht besonders gut bezahlten Berufsfeld komme.

Schwierig für die Gemeinden

Der „Schwarze Peter“ der Nachmittagsgebühren bleibe jedenfalls an den Gemeinden hängen: Sie müssten die Gebühren einheben und sollen damit die entfallende Landesförderung abdecken, der bürokratische Aufwand sei jedoch sehr groß. „Zeitpunkt und Geschwindigkeit der Änderung entsprechen nicht dem, wie Land und Gemeinden miteinander umgehen sollten. Es ist bedauerlich, dass man nicht in Verhandlungen getreten ist“, so Heide. Für Härtefälle überlege man in Bad Ischl eine Unterstützung, allerdings zeige die Erfahrung, „dass gerade diejenigen, die eine Unterstützung dringend benötigen, sich scheuen, sie in Anspruch zu nehmen.“


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