„temporary homes“ für Asylwerber in Bad Leonfelden
BAD LEONFELDEN. 48 Asylwerber finden künftig in „temporary homes“ eine winterfeste Unterkunft. Errichtet werden die Asylunterkünfte vom Roten Kreuz Oberösterreich (OÖRK), gemeinsam mit GHS Housing.

Innerhalb weniger Tage entstanden direkt neben der Rotkreuz-Ortsstelle – am Gelände der Firma Hammerschmid – drei Häuser, die künftig Asylwerbern eine Unterkunft bieten, sogenannte „temporary homes“. „Diese Quartiere erfüllen alle Anforderungen, um Menschen, die um Asyl angesucht haben, unterzubringen und zu betreuen. Es bedarf keinerlei Umrüstung oder Adaptierung“, erklärt Walter Aichinger, Präsident vom Roten Kreuz Oberösterreich. Begonnen wurde mit dem Aufbau vor mehr als zwei Wochen, mittlerweile sind die Häuser nahezu bezugsfertig.
Bad Leonfelden statt Nepal
Geplant, konzipiert und geliefert wurden die „temporary homes“ von der Firma Global Housing Solutions (GHS) aus Ried im Traunkreis. „Eigentlich sind Südamerika und Afrika unsere prädestinierten Absatzmärkte. Dass wir auch in Österreich einmal gebraucht werden, haben wir uns vor ein paar Jahren noch nicht gedacht. Es freut uns aber sehr, dass wir mit unserem Know-how und der Spende an das Rote Kreuz bei diesem tollen Projekt Menschen in unserer Heimat helfen können“, sagt Harald Rath, Eigentümer von GHS-Housing. Im Zuge der Präsentation der „temporary homes“ nahm RK-Präsident Aichinger einen Scheck von GHS-Housing in der Höhe von 60.400 Euro entgegen.
Unterkünfte winterfest
Das Besondere an den Unterkünften ist laut Aichinger, dass sie winterfest sind, also Schutz vor Kälte und Schnee bieten. Für alle drei Häuser wurden rund 220.000 Euro aufgewendet. Beim Aufbau der Unterkünfte halfen zudem Asylwerber aus den Nachbargemeinden – und das unentgeltlich, sagte Aichinger. Die Einrichtung der Häuser wird durch Spenden finanziert. Nach ihrer Ankunft werden die Asylwerber den Haushalt selbstständig führen. Eine Vollzeit-Kraft des Roten Kreuzes kümmert sich um die Menschen. Sie steht für sämtliche Auskünfte zur Verfügung, nimmt sich organisatorischen Angelegenheiten an (wie z. B. Deutsch-Kurse) und unterstützt die Menschen im Alltag. Rund 40 Freiwillige aus Bad Leonfelden haben zudem bereits ihre Unterstützung angeboten. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat gut funktioniert“, sagt RK-Bezirksgeschäftsleiter Gerald Roth.
Kritische Stimmen
Rund 300 Menschen nutzten bei einer Versammlung im Vorfeld die Gelegenheit, um sich über die neuen Unterkünfte zu informieren. Vertreter vom Land OÖ, Bezirk UU, Roten Kreuz sowie der Leonfeldner Bürgermeister Alfred Hartl gaben Auskunft und beantworteten die Fragen aus dem Publikum. „Freilich gab es dabei auch viele kritische Stimmen aus der Bevölkerung“, sagt Hartl zu Tips. „Ich selbst bin ein sozialer Mensch und bin dafür, Menschen aus humanitären Gründen zu helfen. Dennoch bin ich gegen diese gemeindeentmündigende Politik seitens des Bundes“, kritisiert Hartl das Durchgriffsrecht, was bedeutet, dass der Bund künftig auch gegen den Willen von Ländern und Gemeinden Unterkünfte für Asylwerber schaffen kann.
Im Bezirk Urfahr-Umgebung seien laut Roth derzeit keine weiteren Unterkünfte vom Roten Kreuz geplant. Die „temporary homes“ können am Samstag, 7. November, zwischen 14 und 16 Uhr besichtigt werden.<

