Wie die kleine Anna mit Assistenzhund „Happy“ das Leben meistert

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 15.01.2020 13:58 Uhr

BAD SCHALLERBACH. Anna ist Autistin. Oft scheinbar Alltägliches wie Einkaufengehen oder Essen wird für sie zur Herausforderung. Der große Wunsch der Familie war ein Assistenzhund mit dem Anna ihr Leben besser meistern könnte und der ihr Halt gibt. Die Kosten für das Tier hätte die alleinerziehende Mutter Cornelia Truschner aus Bad Schallerbch (Bezirk Grieskirchen) aber nie aufbringen können. Tips hatte über das Schicksal des Mädchens berichtet. Eine Welle der Hilfsbereitschaft war die Folge.

Als die kleine Anna aus Bad Schallerbach zwei Jahre alt war, wurde bei ihr eine Autismus Spektrum Störung diagnostiziert. Mit diesem Zeitpunkt wurde das Leben der Familie auf den Kopf gestellt. Alltägliche Dinge wie der Besuch eines Einkaufszentrums oder auch Essen wurden für sie zur Qual. Im sozialen Umgang mit Mitmenschen tut sich Anna oft schwer, auch ihr Tagesablauf muss nach einem bestimmten Schema erfolgen. Dazu kommen Schlafprobleme, sensorische Schwierigkeiten und hypersensible Geschmacksnerven mit der Folge, dass Anna nur eine Handvoll Lebensmittel zu sich nehmen kann. Emotionen und Ängste prägten den Alltag, immer mit der Hoffnung, Anna helfen zu können. Dieser Wunsch wurde nun erfüllt.

Welle der Hilfsbereitschaft

Tips hatte über die kleine Anna und ihre Familie berichtet. Der größte Wunsch war ein Assistenzhund. Die Kosten von 19.000 Euro für das Tier waren für die alleinerziehende Mutter Cornelia Truschner aber nicht zu stemmen. Nach dem Artikel wollten viele Menschen Anna helfen. „Wir waren so berührt von einer Welle der Hilfsbereitschaft, von Kollegen, Bekannten, Freunden und Tips-Lesern. Es war einfach unglaublich, was da passiert ist. Wir waren so überwältigt und sind so dankbar“, erzählt Annas Oma Evi Hatzenbichler, die ihre Tochter und Anna sehr unterstützt.

Seit 6. Dezember „glücklich“

Das Leben der jungen Familie änderte sich nach der Diagnose Autismus vor drei Jahren im Dezember 2019 noch einmal schlagartig. Die Kosten für einen Assistenzhund für Anna waren aufgrund der zahlreichen Spenden schnell beisammen und „Happy“ (zu deutsch: glücklich) konnte als neues Familienmitglied und vor allem als Anker für Anna begrüßt werden. „Wir nannten ihn “Happy„, weil Anna diesen Namen gut aussprechen kann und weil sie uns einfach so glücklich macht“, so Hatzenbichler.

Auf die Bedürfnisse von Anna abgestimmt

Der Curley-Retriever-Labrador Mischling wurde vom Verein Partner-Hunde in Nussdorf bei Salzburg ausgebildet und genau auf die Bedürfnisse von Anna abgestimmt. Der Fünfjährigen gibt „Happy“ Halt, sie spürt, wenn es ihr schlecht geht und fängt sie auf, wenn Anna wieder einmal alles zu viel wird. Liebevoll legt sich „Happy“ zu Anna, berührt sie mit ihren Tatzen, legt ihren Kopf in ihren Schoß. „Sie ist ein Ruhepol. Der Hund weiß, Anna ist ihr Kind, auf das sie aufpassen muss. Sie würde nie weitergehen, wenn Anna in einer Ecke sitzt und schreit“, erzählt Mama Cornelia. Früher wollte Anna nicht spazieren oder aus dem Haus gehen, heute spielt sie mit „Happy“ im Garten. Der Hund begleitet Anna auch jeden Tag zum Kindergarten und hat sich bei den Kindergartenfreunden von Anna schon einen Platz im Herzen gesichert.

Bereicherung für die ganze Familie

„Es ist ein wirkliches Privileg so einen Hund zu haben. Sie ist eine Bereicherung für die ganze Familie. Wir lachen wieder viel mehr“, meint Hatzenbichler. „Ja, die ganze Familiensituation hat sich entspannt. Wir sind so unendlich dankbar, dass dies möglich wurde“, ergänzt Truschner.

Anna übernimmt Aufgaben

Seit „Happy“ die Familie bereichert hat sich der Zustand von Anna stark verbessert. Laut ihrer Mama würde sich die Fünfjährige besser konzentrieren, wenn ihr Hund dabei ist. Die Wutanfälle und „Meltdowns“, die eintreten, wenn Anna mit ihrer Umwelt komplett überfordert ist und keine Kontrolle mehr über ihr Verhalten hat, haben sich stark verringert. Wenn es trotzdem passiert, sind die Anfälle viel kürzer, weil „Happy“ sofort wieder als Ruhepol zur Seite steht. Auch Aufgaben wie den Hund bürsten oder füttern hat Anna schon übernommen. „Anna ist früher nie gerne aufgestanden, weil sie immer schlecht geschlafen hat. Jetzt legt sich Happy in der Früh zu ihr und es geht ihr besser“, erzählt ihre Mutter.

Zum Verein Partnerhunde:

Der gemeinnützige Verein Partner-Hunde Österreich wurde 1990 gegründet und stellt für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen speziell ausgebildete Hunde zur Verfügung. Es ist die einzige für ganz Europa akkredierte Assistenzhundeschule in Österreich.

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Kommentare

  1. Gloria Petrovics
    Gloria Petrovics16.01.2020 18:08 Uhr

    Fehlerteufel - Der im Kommentar erwähnte Paragraph heißt natürlich vollständig § 39a Bundesbehindertengesetz.

  2. Gloria Petrovics
    Gloria Petrovics16.01.2020 18:04 Uhr

    Assistenzhund oder gewöhnlicher Haushund - Vor einigen Monaten wurde für diesen Hund unter der Bezeichnung „Therapiehund“ gesammelt. Solche Hunde gibt es nicht, aber macht nichts. Jetzt wird der Hund als Assistenzhund bezeichnet – die gibt es sehr wohl, aber nur, wenn sie die staatliche Assistenzhundeprüfung haben. Soll der Hund überall hin mitgenommen werden? Dann müsste ist die Prüfung nach §39a dafür Voraussetzung. Irgendwelche Bescheinigungen, Ausweise oder Kenndecken von der Vereinigung „Partner-Hunde“, die bei jeder Gelegenheit versucht, die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung zu umgehen, haben keinerlei rechtliche Bedeutung. Und übrigens – Kind und Hund zusammenbinden ist tierschutzwidrig.

    • Julia 19.01.2020 15:55 Uhr

      Assistenz-oder Therapiebegleithund - Therapiebegleithunde gibt es schon. Jene werden genauso wie Assistenzhunde vom messerli Institut in Wien überprüft. Der Hund wurde im ersten Artikel leider falsch als "Therapiebegleithund" bezeichnet.
      Die Aufgabe eines Assistenzhundes ist nur eine ganz andere als die eines Therapiebegleithundes.

      Der Hund ist bestimmt eine Bereicherung für die ganze Familie. Dennoch finde ich es etwas fragwürdig bzw. auch tierschutzwidrig, dass jener mit dem Kind jeden Tag im Kindergarten mit dabei ist. Es wäre interessant, wer hierbei die Aufsichtspflicht über den Hund hat. Kommt der Hund überhaupt noch zu ausreichenden Erholungsphasen ? (Ein Hund hat ein Ruhebedüfnis von etwa 18h am Tag - auch ein Assistenzhund)


    • Julia 19.01.2020 20:17 Uhr

      Fehlerteufel - Ok, das habe ich falsch verstanden... der Hund begleitet das Kind ja nur zum Kindergarten und kommt nicht mit rein.

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