UPDATE: Umwidmung für Hühnermast abgelehnt

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 14.12.2017 11:00 Uhr

BAD ZELL. Mehrheitlich abgelehnt hat der Gemeinderat die Flächenumwidmung für den geplanten Hühnermast-Betrieb der Familie Brandstötter in Weberberg.

Zehn Pro-Stimmen, 14 Gegenstimmen und eine Stimmenthaltung - so endete die geheime Abstimmung im Bad Zeller Gemeinderat am Mittwoch Abend. Damit ist der Flächenumwidmung von Grünland in  bodenunabhängige Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere, so der Fachbegriff, ein Riegel vorgeschoben. Die Gegenargumente waren, wie Tips berichtete, unter anderem mögliche Geruchsbelastung, Ablehnung der Massentierhaltung im Allgemeinen und der potenzielle Einsatz von Medikamenten wie Antibiotika. Mit rund 20 bis 25 Zuhörern war der Sitzungssaal im Gemeindeamt überdurchschnittlich gut besucht.

Nachdenkpause

Für Familie Brandstötter, die auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb in Weberberg einen Stall für 39.500 Hühner errichten wollte, ist die negative Entscheidung des Gemeinderates ein Schlag ins Gesicht. „Wir hängen jetzt in der Luft. ich weiß nicht, wie wir jetzt weitermachen“, verordnet sich Stefan Brandstötter über die Weihnachtsfeiertage erst einmal eine Nachdenkpause. „Ich fahre jetzt erst einmal auf Kur, und dann sehen wir weiter, ob wir zumindest einen kleineren Stall bauen.“ Für einen Mastbetrieb von 20.000 Hühnern wäre keine Flächenumwidmung nötig.

Enttäuscht von Standeskollegen

Schwer enttäuscht ist Brandstötter von seinen bäuerlichen Standeskollegen: „Wenn die eigenen Leute gegen einen sind, ist das schon schlimm.“ Die Konsequenz daraus ist für ihn klar: „Ich war immer für die Bauern im Ort engagiert, aber jetzt trete ich als Obmann des Vereins Getreidetrocknung Bad Zell zurück.“

Keine Berufung möglich

Dass sich der Gemeinderat für eine geheime Abstimmung entschieden hat,  ist für Bad Zells Amtsleiter Anton Hoser mit persönlicher Betroffenheit zu begründen: „Es ist ja im Vorfeld emotional diskutiert worden, eine geheime Abstimmung hält persönliche Animositäten hintan.“ Der Gemeinderatsbeschluss habe Verordnungscharakter, gegen den keine Berufung möglich sei.

Professionelle Entscheidungsfindung

Bürgermeister Hubert Tischler (VP) verweist darauf, dass die Entscheidungsfindung im Gemeinderat professionell, fair und wenig emotional abgehandelt worden sei. „Ich habe das Für und Wider noch einmal zusammengefasst. Der Gemeinderat hat sich klar dafür ausgesprochen, dass diese Form der Tierhaltung in Bad Zell nicht willkommen ist. Das Projekt ist in dieser Form gestorben.“  Es hänge jetzt vom Projektwerber ab, ein neues Projekt mit anderen Voraussetzungen einzureichen. „Jedenfalls hat die Entscheidung bestätigt, dass das Projekt in dieser Form völlig unpassend für unsere Gemeinde ist“, betont Tischler.    

Keine Gegner in Neumarkt

In Neumarkt im Mühlkreis hat ein vergleichbares Projekt übrigens keinerlei Gegnerschaft auf den Plan gerufen. Der Hühnermastbetrieb von Familie Affenzeller hat gleichfalls alle Fachgutachten positiv durchlaufen. Geplant ist auch dort die Mast von 39.500 Hühnern. Bürgermeister Christian Denkmaier hat jedoch in der jüngsten Gemeinderatssitzung keinen Zweifel daran gelassen, dass die Gemeinde intensiv und konsequent auf die Einhaltung aller Auflagen drängen werde. 

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