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BRAUNAU-RANSHOFEN. „Wenn ich einmal groß bin, dann möchte ich Astronaut werden“ - inspiriert von Sendungen wie Star Trek, hatte wahrscheinlich so manch einer schon einmal diesen Gedanken. Was für viele als eine Utopie erscheint, haben Chris Hadfield, Carl Walz und Carmen Köhler einfach gemacht.

Chris Hadfield (l.), Carmen Köhler und Carl Walz berichteten in Braunau über ihre Erfahrungen.
  1 / 5   Chris Hadfield (l.), Carmen Köhler und Carl Walz berichteten in Braunau über ihre Erfahrungen.

Chris, Carl und Carmen haben viel gemeinsam. Alle drei hatten von Kindheit an den Traum, ein Astronaut zu werden und haben dafür einiges geleistet.

„Ich wollte schon immer Astronaut sein. Als ich Star Trek im Fernsehen sah - das war alles, wovon ich jemals geträumt habe, was ich tun wollte. Die Frage war nur, wie. Als ich neun war, landete der erste Mensch auf dem Mond. Das hat mich motiviert. Als erstes lernte ich also zu fliegen“, erzählte der Kanadier Chris Hadfield. Nach einem Maschinenbaustudium und der Ausbildung zum Testpiloten, wurde er mit 33 Jahren als einer von Kanadas neuen Astronauten ausgewählt. Drei Jahre später - der erste Raumflug. Hadfield hat zweimal das Shuttle geflogen und war Kommandant auf der Internationalen Raumstation. Insgesamt verbrachte er 165 Tage und 16 Stunden im All.

Carl E. Walz

Der Amerikaner Carl Walz hat bis heute vier Raumflüge bewältigt. Er wurde mit 35 Jahren für die erste Mission ausgewählt und startete dann mit 38 Jahren seinen ersten Flug in die Schwerelosigkeit. Er war zu Beginn Mitglied der Air Force und ebenfalls als Testpilot tätig. Der Amerikaner verbrachte insgesamt 230 Tage und 13 Stunden im All - 196 Tage auf der Internationalen Raumstation.

Carmen Köhler

Den Mars erforschen, ohne ihn zu betreten - so in etwa kann die Arbeit von der analog-Astronautin Carmen Köhler beschrieben werden. Die gebürtige Deutsche arbeitet für das Österreichische Weltraumforum. Sie war Teil der Mars-Simulation, bei der wissenschaftliche Experimente am Kaunertaler Gletscher durchgeführt wurden. Die Ergebnisse daraus, die gerade nachbereitet werden, sollen Aufschluss darauf geben, wie tatsächliche zukünftige Marsmissionen ablaufen könnten. „Laut Plänen könnte es sein, dass bereits 2030 der erste Mensch am Mars landet. Vielleicht aber auch erst 2050“, mutmaßte Köhler. Die 36-Jährige ist eine studierte Mathematikerin und arbeitet hauptberuflich beim deutschen Wetterdienst. Astronaut zu sein hat für sie etwas Mc Gyver-mäßiges: „Das lösungsorientierte Denken hat mich fasziniert und ich hatte immer eine Sehnsucht nach der Ferne“, erzählt sie. Köhler hat sich auf Hinweis eines Freundes als analog-Astronautin gemeldet und wurde prompt genommen.

80 Millionen PS

„Der Weltraum ist ein Platz wo du nie hinkommst, wenn du dich nicht selber pushst. Es ist ein wundervoller Platz für Experimente und man fühlt sich wie Superman mit speziellen Kräften“, sagt Hadfield. Mit 80 Millionen PS startet die Rakete nach oben. „Man konzentriert sich wie verrückt und nach etwa acht Minuten und 42 Sekunden bist du schwerelos.“ Nervös, vor dem ersten Flug? Keine Spur bei den beiden Astronauten. „Wenn du ausgewählt wirst, übst du jahrelang. Und wenn dann endlich der Tag kommt, ist man sowas von bereit“, sagt Hadfield. Walz sagte dazu: „Ich war sehr aufgeregt. Angst hatte ich keine. Beim Start ging die Sonne auf und wir flogen über die Bahamas.“ Die Botschaft voll alldem: Ängste überwinden, Träume verfolgen und konsequent an der Realisierung arbeiten.

Community Day

2016 wurde der Planetary Congress mit Österreichs einzigem Astronauten Franz Viehböck, in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Weltraum Forum organisiert. Am Community Day vermittelten 100 Astronauten die Faszination Weltraum in ganz Österreich - auch, um junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern. Als Partner der Luftfahrtindustrie organisierte die AMAG das Treffen mit den drei Astronauten. Am Programm standen ein Besuch in der Stadtgemeinde, der HTL Braunau und der Volksschule Ranshofen

Fragen an die Astronauten:

> Glauben Sie, dass es andere Lebensformen gibt?

Hadfield: It's not a thing of believe. We never found any, evident. But maybe there is primitive life. To think that there isn't life ist just arrogant. We trying to find out.

> Eine Marsmission würde mindestens 2,5 Jahre dauern. Würden Sie mitmachen, wenn Sie gefragt würden?

Hadfield: The invention of making something possible is the cool Thing.

Walz: Being part of the preparation would be very exciting

Anmerkung: Beide würden zusagen, aber womöglich hätten ihre Frauen etwas dagegen. Carmen Köhler sagte, dass sie nicht so lange von ihren Kindern und ihrem Mann getrennt sein möchte.

> Wenn ich jetzt Astronaut werden möchte, was sind meine ersten Schritte?

Walz: You need a Math and Science Background. Or Medicine. You have to study and to gather work experience in aerospace. And then, look for opportunities.

> Was ist Ihr nächstes Projekt?

Walz: I presently work for a Company that designs things for spacewalkers. Special suits and space robotics for doing new things in space and to find new ways to repair satellites and so on.

Hadfield: I just published my third book - for children, about fear - and I go on tour right now. I Play a lot of Music with different bands and I have a TV-Show in Toronto about science. Besides I was in the high arctic. It's busy. Lot of things to do.

Köhler: Derzeit laufen die Nachbereitungen der letzten Mission am Kaunertaler Gletscher. Dann werden die Planungen für die nächste Mission beginnen. Es wird wahrscheinlich im Sommer eine kleinere geben. Eine größere Mission ist für 2018 geplant.


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