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SIMBACH. Der Simbacher Achim Heinze (46) ist nicht nur Schulleiter der Grundschule Postmünster, sondern auch zweifacher Weltmeister im Ultraradmarathon. Was ihn zum Extremsport trieb und was er in seinem neuen Buch „Leistungsfaktor Sport“ vermitteln möchte, darüber sprach er mit Tips.

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Tips: Was ist für Sie das Faszinierende am Sport und warum Extremsport?

Achim Heinze: Das Besondere am Sport ist, dass er ehrlich ist. Man kann sich dabei nicht selbst betrügen: Wer zwei Stunden mit Rückenwind trainiert, hat vielleicht ein hohes Durchschnittstempo auf dem Tacho stehen, körperlich besser geworden ist er allerdings kaum. Die Wahrheit kommt früher oder später – meistens Letzteres – immer ans Licht.

Tips: Im „normalen Leben“ haben Sie Karriere als Didaktiker gemacht. Wie lassen sich denn Beruf und Extremsport vereinbaren?

Heinze: Indem man jeden Tag um kurz vor 6 Uhr aufsteht, statt des Autos das Rad nimmt und zur Regeneration entsprechend früh zu Bett geht. Das ist das ganze Geheimnis.

Tips: Sie sprechen in Ihrem neuen Buch den positiven Einfluss von Sport auf das berufliche Weiterkommen an. Inwiefern kann Sport zu Erfolg verhelfen?

Heinze: Weil der Ruhepuls absinkt, sich der Stoffwechsel ökonomisiert, zum Beispiel Stresshormone wie Cortisol nicht im gleich hohen Maß wie beim Untrainierten ausgeschüttet werden müssen.

Tips: Nach zwei Weltmeister-Titeln haben Sie 2013 das Wettbewerbsgeschehen im Extremsport beendet. Haben Sie je ein Comeback in Erwägung gezogen?

Heinze: Ja, natürlich. Aber ich hab mich dann beim Berglauf ausgetobt. Schließlich halte ich immer Wort, auch wenn“s einen noch so manches Mal „jucken“ würde.

Tips: Ganz ohne Sport geht“s aber mit Sicherheit nicht. Was machen Sie denn aktuell?

Heinze: Alles außer extremen Radsport. Am liebsten den besagten Berglauf, aber auch Volksläufe, die man in näherer Umgebung mit dem Rad erreichen kann. Die Platzierung ist dann aber sekundär – es geht ums Teilnehmen.

Tips: Und was sind Ihre nächsten Ziele?

Heinze: Der Katrinberglauf in Bad Ischl und im August – sozusagen als Saisonhöhepunkt – der Glungezer Berglauf in Innsbruck mit 2300 Höhenmetern auf nur 15 Kilometern – der schwerste Berglauf Österreichs.

Tips: Abschließend: Was raten Sie denn allen Sportmuffeln?

Heinze: Dass Sport auch ohne großen Aufwand vor der Haustür möglich ist und sich heutzutage Gott – oder wem auch immer sei dank – niemand mehr für Langlaufski oder Nordic Walking-Stöcke verstecken muss. Und dass, wenn man wie bei uns nur eine Autostunde von den Alpen entfernt wohnt, man etwas versäumt, wenn man zu Hause auf dem Balkon bleibt. Zum Beispiel den Blick vom Zwölferhorn.

In seinem Buch „Leistungsfaktor Sport“ erklärt der Simbacher Achim Heinze anschaulich, was extreme Sportabenteuer mit einem Menschen machen. Mit vielen praktischen Beispielen erklärt er, was im Sport wirklich wichtig ist. Denn nicht die Siege oder Stockerlplätze sind es, wovon Leistungssportler dauerhaft zehren. Gleichzeitig will er Einsteigern die Lust am Sport schmackhaft machen. Das Buch ist in der Buchhandlung Lauf und bei Radsport Obersberger erhältlich. 208 Seiten, 19,50 Euro


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