Menschen mit Handicap leben mit moderner Technik in Smart Homes
BRAUNAU. Seit Jänner gibt es in der Braunauer Gunda-Schihanstraße ein ganz besonderes Wohnprojekt der Lebenshilfe Oberösterreich. Menschen mit Beeinträchtigung leben in sogenannten Smart Homes und werden in ihrem Alltag von modernster Technik unterstützt.

Ein in seiner Art einzigartiges Wohnprojekt in ganz Oberösterreich gibt es seit Anfang des Jahres in Braunau. Vier Menschen mit Beeinträchtigung leben in der Gunda-Schihanstraße, wie berichtet, in sogenannten Smart Homes der Lebenshilfe Oberösterreich. Mittlerweile ist die Technik an die Gegebenheiten vor Ort und die Bedürfnisse der Bewohner Heidi, Viktoria, Stefan und Oliver angepasst und unterstützt sie in ihrem Alltag. „Wir wollen mit dem Projekt größtmögliche Eigenständigkeit für die Bewohner erreichen und sind damit auf einem sehr guten Weg. Mittlerweile hat sich auch schon ein richtiges Gemeinschaftsgefühl entwickelt“, erklärt die Obfrau der Lebenshilfe Braunau, Brigitte Swoboda.
Alter der Bewohner ganz gemischt
Die vier Menschen mit Handicap sind zwischen 23 und 56 Jahre alt und werden von den beiden Betreuerinnen Andrea Geist-Schmid und Tanja Garber unterstützt. Neben den einzelnen Wohnungen gibt es auch einen Gemeinschaftsraum, in dem zusammen Zeit verbracht wird, bestimmte Dienste eingeteilt werden und auch gemeinsam gekocht wird. Die einzelnen Wohneinheiten haben eine Größe von 29 bis 31 Quadratmeter, zudem gibt es eine Partnerwohnung mit 45 Quadratmetern. Alle Wohnungen verfügen über einen Bad- und Kochbereich, ein Schlaf- beziehungsweise Wohnzimmer sowie eine kleine Terrasse. Tagsüber sind die Bewohner in der Werkstätte in der Europastraße sowie im Aktiv-Shop tätig und kommen gegen 16 Uhr in ihre Wohnungen.
Technik soll im Hintergrund ablaufen
Die Technik, die über das System Loxone abgewickelt wird, läuft dabei im Hintergrund ab und soll vor allen Dingen eine Unterstützung und Sicherheit in den betreuungsfreien Zeiten gewährleisten. „Ansonsten stehen vor allem das Zusammenleben an sich und die Zwischenmenschlichkeit im Vordergrund“, meint Betreuerin Andrea Geist-Schmid. Auch die Bewohner selbst, die alle aus dem Bezirk stammen, finden die Technik gut und kommen immer besser damit zurecht. Sie sind auch sehr daran interessiert und nutzen bestimmte Elemente auch schon für private Zwecke. Um ihre eigenen Wohnungen kümmern sich die Vier mittlerweile schon sehr selbstständig, räumen auf oder putzen sie. Am Wochenende gibt es auch die Möglichkeit, zur Familie nach Hause zu fahren.
Viele kleine Hilfestellungen
Die Technik von Loxone übernimmt viele Handgriffe eigenständig. Anstatt eines Schlüssels, werden die Türen mittels I-Button elektronisch geöffnet. In den Deckenleuchten sind Bewegungsmelder integriert, sodass sich das Licht automatisch einschaltet. Außerdem gibt es eine automatische Beschattung und einen Sichtschutz aufgrund der Lage im Erdgeschoss. Weitere Elemente der Smart Home Technik sind Brandmelder, Wassersensoren in Küche und Bad, ein Lautsprecher sowie ein intelligenter Nachtmodus. Dieser aktiviert beim Aufstehen aus dem Bett automatisch eine gedimmte Beleuchtung bis ins Badezimmer, die sich anschließend von selbst wieder ausschaltet. Außerdem gibt es Tablets, die mit der Loxone-Technik ausgestattet sind. Wenn einer der vier Bewohner seine Wohnung verlässt, werden durch Abnehmen des I-Buttons sämtliche wichtigen Geräte wie Mikrowelle oder Ceranfeld ausgeschaltet. Der Vorteil der Loxone-Technik ist außerdem, dass alle Daten ausschließlich lokal auf einem Miniserver gespeichert werden und dadurch keine Informationen nach Außen gelangen. Alle Bewohner verfügen zudem über Handys, auf denen beispielsweise ein Notruf per einfachen Touch möglich ist. Die Technik soll nach und nach immer noch ausgeweitet werden, aber es sollen nur Elemente implementiert werden, die auch nützlich und sinnvoll für die Bewohner vor Ort sind.
Zentrale Lage
„Auch die Lage der Wohneinheit ist optimal, alles ist fußläufig gut erreichbar wie zum Beispiel das Einkaufen und die Werkstätten der Lebenshilfe“, berichtet Swoboda. Die Technik des Pilotprojektes Smart Home wird von der Sozialabteilung des Landes Oberösterreich finanziert, die damit das Ziel verfolgt, Menschen mit Handicap statt einer Vollbetreuung ein teilbetreutes Wohnen zu ermöglichen. Auch in der Nachbarschaft kommt das Wohnprojekt bestens an. „Die Anwohner sind sehr aufgeschlossen und interessiert. Wir sind hier wirklich in einer guten Nachbarschaft“, freut sich Swoboda.


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