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Demenzservicestelle: Kontaktbeschränkung führte zu mehr Ängsten und Abbau von Fähigkeiten

Theresa Senzenberger, 28.08.2020 07:00

BEZIRK BRAUNAU. Bei der Demenzservicestelle Braunau können sich Menschen über die Krankheit Demenz beraten lassen. Gerade jetzt haben Demenzerkrankte unter anderem mit den Folgen der Kontaktbeschränkungen zu kämpfen.

 Foto: Margot Haag
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Seit Jänner 2020 befindet sich die Demenzservicestelle Braunau der MAS Alzheimerhilfe als eigenständige Servicestelle im Aufbau und wird von der Leiterin Nicole Moser, der Psychologin Stefanie Plötzeneder sowie zwei MAS Demenztrainerinnen betreut. „Das Angebot richtet sich unter anderem an Angehörige von Demenzerkrankten und bietet Beratung, Information und Entlastungsangebote. Für Menschen, die selbst merken, dass sie vergesslicher werden, bieten wir die Möglichkeit eines kostenfreien Gedächtnis-Checks und Beratungen über konkrete Förderungsmöglichkeiten“, erklärt Moser. Es wird eine psychologische Diagnostik angeboten. Bei Ressourcentrainings zur Förderung und Erhaltung der kognitiven Fähigkeiten können Teilnehmer außerdem nicht nur bereits vorhandenen Defiziten entgegenwirken, sondern auch prophylaktisch etwas gegen Vergesslichkeit unternehmen.

Corona als Herausforderung

Die Coronazeit ist für viele Demenzkranke schwer verständlich: „Für viele Menschen mit Demenz zeigte sich die Isolation in der Zeit des Lockdowns als sehr einschneidend, da soziale Kontakte und Unterstützungen abrupt wegbrachen. Häufig war der Grund für die Veränderungen nicht nachvollziehbar, da die Gesamtsituation nicht mehr verstanden wurde“. Gerade durch die Zeit des Lockdowns verschlechterte sich der Zustand mancher Demenzkranker, berichtet Moser: „Je weniger geistige Aktivität, Kontakte nach außen und Bewegung Menschen haben, desto träger werden sie. In vielen Familien zeigte sich auch im Verhalten der von Demenz betroffenen Person deutliche Veränderungen – häufig in Form von stärkeren Ängsten, Unsicherheit, Abbau der Alltagsfähigkeiten“.

Für Angehörige werden die Herausforderungen dadurch umso größer und sie stoßen häufig an ihre persönlichen Grenzen. „Wir sehen jetzt viel Bedarf an alternativen Betreuungen und Beratungen“, sagt Moser. „Oft ist es notwendig, neue Ideen zu bekommen und die Möglichkeit zu nutzen, mit einem fachlichen Auge auf die Situation zu schauen.“

Mehr Vernetzung geplant

Für die Zukunft plant Moser eine verbesserte regionale Erreichbarkeit und Unterstützungen für die Familien vor Ort. „Wir sehen viel Bedarf an regionalen Angeboten, das heißt, dass wir gerne in den Gemeinden unsere Trainings anbieten und Sprechtage abhalten möchten.“ Auch die Vernetzung mit den Gemeinden und mit Gesundheitseinrichtungen, etwa mit Ärzten oder Apotheken, ist Moser wichtig. „Ich lade daher interessierte Gemeindevertreter dazu ein, mit uns Kontakt aufzunehmen und gemeinsam zu schauen, welche Angebote vor Ort möglich sind. Familien oder Einzelpersonen, die sich scheuen, über das Thema Demenz und Vergesslichkeit zu sprechen, möchte ich gerne Mut zusprechen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Sie sind nicht alleine mit ihren Sorgen und Ängsten.“

Das Team der Servicestelle ist jeden Dienstag im Bezirksseniorenzentrum Braunau anwesend. Telefonisch erreichbar sind sie von Montag bis Donnerstag. Termine sind nur nach Vereinbarung möglich. Nach Absprache kann ein Erstgespräch auch in Form eines Hausbesuches erfolgen.

Demenzservicestelle Braunau

0664/8546692

Nicole.moser@mas.or.at


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