Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Praktisch, regional und nachhaltig: Hof- und Selbstbedienungsläden boomen in der Krise

Sabrina Antlinger, 28.03.2022 19:47

BRA UNAU. Seit der Corona-Pandemie boomen Hof- und Selbstbedienungsläden. Das Konzept dahinter ist einfach, sie sind praktisch, regional und nachhaltig. In Selbstbedienungsläden wird nicht einmal Personal benötigt. Auch im Bezirk Braunau sind derartige Läden in verschiedensten Variationen zu finden.

Willi und Manuela Rieder eröffneten 2021 ihren Unverpacktladen in Geretsberg. (Foto: privat)
  1 / 3   Willi und Manuela Rieder eröffneten 2021 ihren Unverpacktladen in Geretsberg. (Foto: privat)

Die Vorteile der Selbstbedienungsläden sind neben den längeren Öffnungszeiten – meistens 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche – und der kontaktlosen Einkaufsmöglichkeit vor allem auch, dass kein Personal zur Bedienung der Kunden eingesetzt werden muss. Im Vordergrund stehen die Regionalität der Produkte und der Umweltschutz, wie kurze Transportwege und wenig Verpackungsmaterial, die die Besucher zu den Hofläden ziehen.

„fein&guad“ in Perwang

Der Perwanger Roman Bader nahm es selbst in die Hand, dass seine Gemeinde einen regionalen Selbstbedienungsladen bekommt. Im Juni 2021 wurde der Laden eröffnet. Als gelernter Koch war Bader zuerst jahrelang selbstständig in der Gastronomie tätig, arbeitet nun seit einigen Jahren im Großhandel und ist Logistik­leiter bei AGM Bergheim. Er fasste den Entschluss, zusätzlich seine „Leidenschaft der Dienstleistung“ auszuleben und in seiner Heimatgemeinde für mehr Lebensqualität zu sorgen. Denn dass sich auch ein Großteil der Bevölkerung einen regionalen Nahversorger wünscht, zeigte ein Fragebogen im Zuge des Agenda21-Prozesses, bei dem 88 Prozent der Einwohner für einen solchen Laden stimmten.

Produkte aus der Region

Während es in Perwang derzeit nur eine Fleischhauerfiliale gibt, entstand dort mit „fein&guad“ ein Laden mit regionalem Obst, Gemüse, Brot, Gebäck und mehr von Produzenten aus der Region, wie Michlbauer Fleisch, Buchberger“s Mili oder Höflmair Käse. Bader besuchte dazu viele kleine Ortschaften, vor allem im Mühl- und Mostviertel, die ähnliche Lösungen gefunden haben, um sich inspirieren zu lassen. Mit dem Laden will er dafür sorgen, dass die Perwanger an einem zentralen Punkt den Großteil ihrer Bedürfnisse decken können, dass die Transportwege kurz sind und Lebensmittel mit hoher Qualität angeboten werden. Der Laden wird hauptsächlich als Selbstbedienungsladen geführt, an drei Tagen pro Woche vormittags oder nachmittags eine Bedienung angeboten. Im Vordergrund steht bargeldloses Zahlen.

„Häuslerei“ in Geretsberg

Natürlich, regional, unverpackt – diese drei Wörter zeichnen die Häuslerei Rieder in Geretsberg aus. 2021 eröffneten Willi und Manuela Rieder ihren Laden mit dem Ziel umweltbewusstes Einkaufen zu ermöglichen, indem ihre Produkte unverpackt sind. Denn das Paar wollte sich den Traum vom eigenen Laden erfüllen und viele regionale Produkte auf einen Platz zusammenbringen, sich aber gleichzeitig auch auf bewusstes Einkaufen fokussieren. So entstand ihr Laden, in dem man fast alle Produkte ohne Verpackung erwerben kann. Die Häuslerei befindet sich im alten Pferdestall des 2009 gekauften und renovierten Mesnerhauses der Rieders.

Und so funktioniert“s

Gefäße, Gläser, Dosen – wo auch immer man seine Lebensmittel aufbewahrt – mitbringen, diese zuerst leer abwiegen, dann befüllen, danach wieder abwiegen, Gewicht und Preis aufschreiben. Sollten die Gefäße nicht ausreichen oder erst gar nicht mit gegangen sein, bekommt man Behältnisse direkt im Laden mit einem Einsatz von einem Euro, die man entweder beim nächsten Besuch retour bringt und den Einsatz wieder erhält oder einfach immer wieder verwenden kann. Die Häuslerei bietet auch Kostproben der Produkte an und die Möglichkeit Kaffee und selbstgemachten Kuchen zu genießen oder in Zeitschriften und Büchern zu schmökern.

Boom in der Corona-Krise

Das Ehepaar Rieder hatte schon lange die Idee zum eigenen Hofladen ohne Verpackungen, doch die Umsetzung der Idee wagten sie erst durch den Ausbruch der Corona-Pandemie: „Wir dachten uns: jetzt oder nie. Es hat sich einfach nach dem richtigen Zeitpunkt angefühlt“, sagt Manuela Rieder. So eröffneten sie im August 2021 ihren Unverpacktladen in Geretsberg. Die Nachfrage steigt seither stetig an, vor allem in den Lockdowns kamen immer mehr Kunden, die die Regionalität der Produkte und die Tatsache, dass diese nicht verpackt sind, schätzen.

Sieben-Tages-Shop im Wirtschaftspark Höhnhart

Mit dem Bau des Wirtschaftsparkes in Höhnhart schaffte die Gemeinde Entwicklungsmöglichkeiten für Betriebe und sicherte die örtliche Nahversorgung. Im Wirtschaftspark befindet sich auch ein Sieben-Tages-Shop, der täglich 16 Stunden geöffnet ist und viele Artikel des täglichen Bedarfs anbietet. Neben alltäglichen Lebensmitteln wie Fleisch und Getränken sind auch Batterien oder Blumensträuße verfügbar. Das Highlight ist, dass dort auch Großgebinde, wie ein Sack Grillkohle oder eine Kiste Bier, abgeholt werden können.

Neueröffnung in Schalchen

Einen neuen Selbstbedienungsladen namens „Speis“ gibt es ab Freitag, 8. April auch in Furth in Schalchen direkt an der B 147. Auf rund 15 Quadratmetern werden regionale Lebensmittel, wie frisches Gemüse, Obst sowie andere saisonale Spezialitäten in Selbstbedienung angeboten. Die „Speis“ wird von April bis Mitte November von Karin Heller aus Maria Schmolln betrieben.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden