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MAUERKIRCHEN. Das Vorurteil „Landwirte brauchen keine Ausbildung“ ist längst überholt. Das Berufsbild bringt vielfältige Aufgaben und hohe Herausforderungen mit sich. Im Bezirk bietet daher beispielsweise die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Mauerkirchen mit dem Schultyp der „Ganzheitlichen Lebensführung“ spezielle Ausbildungsmöglichkeiten an.

Die Schüler lernen den Umgang mit Lebensmitteln. (Foto: Eva-Maria Wöckl)
Die Schüler lernen den Umgang mit Lebensmitteln. (Foto: Eva-Maria Wöckl)

„Landwirte werden in den Fachschulen mit hohem Niveau ausgebildet. Das Berufsbild ist mit einer Vielfalt an Aufgaben verbunden, die insgesamt eine hohe Herausforderung an den Betriebsführer stellen“, betont die Fachschul-Lehrerin Maria Führer-Lettner. Es gibt für Landwirte viele Möglichkeiten, sich zu spezialisieren. Daher bietet die Fachschule die Themenschwerpunkte Agrotourismus, Gesundheit und Soziales sowie Gastronomie an. „In allen drei Schwerpunkten wird der Ursprung in der Landwirtschaft sichtbar und findet auch seine thematische Auseinandersetzung“, so Führer-Lettner.

Im Modul „Agrotourismus“ geht es beispielsweise nicht nur um die Erzeugung von landwirtschaftlichen Grundnahrungs- und Lebensmitteln, sondern auch um die Verarbeitung und Vermarktung. Lehrinhalt ist unter anderem auch die Pflege und der Schutz von Naturräumen. So kann der Bauernhof auch nach außen hin geöffnet werden – beispielsweise durch Direktvermarktung vor Ort, Urlaub am Bauernhof oder breitpädagogischen Angeboten wie Therapiereiten.

Auch das Modul „Gesundheit und Soziales“ ist seit 20 Jahren Teil der Schule, denn die Pflege von alten Menschen und Kindern ist ursprünglich der Landwirtschaft zuzuordnen, erklärt Führer-Lettner. Im Modul „Gastronomie“ werden landwirtschaftliche Lebensmittel verarbeitet. In allen drei Modulen findet sich der Pädagogin zufolge der ursprüngliche Gedanke von Landwirtschaft wieder: „Die sorgfältige Bearbeitung des Bodens, der Umgang mit Nutztieren, die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die Sorge und Pflege von Kindern und alten Menschen sowie die Beherbergung und Verpflegung von Gästen.“ Dazu gibt es diverse Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und beispielsweise eine Abendschule für den Abschluss des landwirtschaftlichen Facharbeiters.

Interesse an Landwirtschaft steigt

Derzeit entwickelt sich die Landwirtschaft in viele Richtungen. „Junge Menschen wollen wieder mehr erleben, woher unsere Nahrungsmittel kommen und wie sie entstehen beziehungsweise wie man sie verarbeiten kann“, berichtet Führer-Lettner. Die Digitalisierung ist schon lange in der Landwirtschaft angekommen und ist neben der Ökonomisierung Grundvoraussetzung für die Betriebsführungen. Es wird darauf geachtet, dass die Schüler ökologisches und ökonomisches Denken und Handeln vernetzt lernen. Zudem wird Wert auf die Vermittlung von Lebens- und Umwelt-, Ethik sowie Persönlichkeitsbildung gelegt.

Durch die Themenvielfalt schließen die Module nicht nur mit dem landwirtschaftlichen Facharbeiter und dem Betriebsdienstleister ab, sondern können auch für andere Lehrberufe angerechnet werden. „Die Ausbildung zum Landwirt ist eine sehr umfassende und letztlich auch eine Art lebenslängliche. Eine umfassende Erfahrung ist in diesem Beruf sehr wichtig“, sagt Direktorin Adelheid Burtscher-Zauner.

Viele Schüler bringen bereits Erfahrungen aus der elterlichen Landwirtschaft mit. „Jedoch ist das keine Voraussetzung. Im Gegenteil, es gibt heute sehr viele junge Menschen, die unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Ökologie Interesse an diesen Schulen mit ihren Schwerpunkten mitbringen.“ Ein Praktikum kann dabei helfen, einen Einblick in das Berufsfeld zu bekommen.

Info-Tage

Wer Interesse an einer landwirtschaftlichen Ausbildung hat, kann sich bei den „school flix“-Tagen am 14. und 15. Oktober direkt an der Fachschule Mauerkirchen informieren. In Absprache mit dem Sekretariat ist auch eine individuelle Schulinformation oder der Besuch zu Schulschnuppertagen möglich. Weitere Infos gibt es unter lfs-mauerkirchen.at/


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