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Hündin während Urlaub unversorgt in Wohnung zurückgelassen: drei Monate bedingt

Sabrina Kastenauer, 31.05.2023 11:25

LOCHEN/SALZBURG. Im November letzten Jahres nahm die Pfotenhilfe Lochen einen völlig abgemagerten Hund auf, der mehrere Wochen fast unversorgt im Schlafzimmer einer Wohnung eingesperrt gewesen war. Der Besitzer befand sich währenddessen auf Urlaub. Er wurde nun zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt.

  1 / 2   Lissy war völlig abgemagert, als sie im November letzten Jahres zur Pfotenhilfe gebracht wurde. (Foto: Pfotenhilfe Lochen)

Der Amtstierarzt fand die Pitbull-Hündin Lissy nach einem Hinweis am 8. November 2022 in einem massiv mit Kot und Urin verschmutzten und verwüsteten Zimmer - ohne Wasser und Futter - in einem erbärmlichen Zustand vor und ließ sie sofort zur Pfotenhilfe bringen, wo sie erstversorgt und vom Tierarzt untersucht wurde. Die deutlich sichtbaren Rippen und die extrem langen Krallen waren weitere deutliche Indizien, dass die Hündin wochenlang alleine in der Wohnung eingesperrt war. Nach drei Prozesstagen am Landesgericht Salzburg wurde der Täter daher nun zu drei Monaten bedingter Haft wegen Tierquälerei verurteilt. Der wegen Drogen- und Gewaltdelikten vorbestrafte Mann gab an, dass sich während eines Urlaubs ein Freund um Lissy kümmern hätte sollen. Zeugen sagten jedoch das Gegenteil samt weiteren unschönen Details aus.

 Happy End für Lissy, aber enttäuschendes Urteil für Pfotenhilfe

„Nur langsam konnten wir diese furchtbar arme Hündin, die der Täter wohl beinhart verdursten hätte lassen, wieder aufpäppeln. Zu Weihnachten wurde sie schließlich von einem Salzburger adoptiert, mit dem sie überallhin mitkommen und lange Spaziergänge machen darf - ein richtiges Weihnachts-Happy End“, freut sich Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler. „Wir haben Lissy nach dem ersten Prozesstag besucht und sind von ihr überglücklich und dankbar abgeschmust worden. Wie gefühllos, eiskalt und abgebrüht muss man sein, dass man einem leidensfähigen Lebewesen so etwas antun kann? Ich hoffe wirklich sehr, dass der Täter jetzt ein lebenslanges Tierhaltungsverbot bekommt, wozu die Stadt aufgrund der Verurteilung nun berechtigt ist. Aber bei zwei Jahren Strafrahmen für Tierquälerei und den massiven Vorstrafen hätte ich mir ein abschreckendes Urteil erwartet. So ein mildes Urteil wird niemand verstehen und es wundert mich dadurch auch nicht, dass Tierquälerei nach wie vor so häufig vorkommt. Tiere haben bei unseren Behörden leider bei weitem nicht den Wert, den sie verdienen. Sie fühlen wie wir, also muss Tierquälerei auch angemessen bestraft werden.“


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