Hund im heißen Auto: Zwei Jahre Freiheitsstrafe und Tierhaltungsverbot drohen
LOCHEN. Der Tierschutzverein Pfotenhilfe in Lochen warnt Hundehalter vor den Gefahren der Innenraumhitze von Autos und appeliert: Autos können in der Sonne binnen Minuten zu Tierquälerei bis hin zur Todesfalle werden und den Tierhaltern drohen zwei Jahre Freiheitsstrafe und ein bis zu lebenslanges Tierhaltungsverbot.

Der Tierschutzverein warnt davor, dass die Tierquälerei mit oft tödlichem Ausgang spätestens bei 20 Grad Außentemperatur (im Schatten) beginnen kann. Eine Messwertegrafik der Pfotenhilfe zeigt, dass es nach 30 Minuten in der Sonne schon 36 Grad im Fahrzeug hat. Bei den derzeitigen rund 30 Grad sind solche Werte schon nach zehn Minuten erreicht, nach 30 Minuten war das Testfahrzeug auf 46 Grad. „Es wird also wirklich sehr schnell lebensbedrohlich“, heißt es in einer Aussendung des Tierschutzvereins.
Auch das Parken im Schatten kann schnell zur Falle werden, weil besonders bei Bäumen unterschätzt wird, wie schnell der Schatten wandert. Die Pfotenhilfe empfiehlt, bei Einkäufen Tiefgaragen aufzusuchen, wenn man den Hund wirklich nicht mitnehmen darf. Im Non-Food-Bereich ist die Mitnahme aber ohnehin meist erlaubt. Tierfreundliche Geschäfte stellen sogar Wasserschüsseln beim Eingang auf.
Das können Tierfreunde tun, die einen Hund bei Hitze im Auto eingesperrt sehen
- Handelt es sich um einen Geschäftsparkplatz, kann der Lenker ausgerufen werden
- Andere Passanten auf den Hund aufmerksam machen
- Die Situation mit Fotos und Videos dokumentieren
- Sollte der Besitzer rechtzeitig zurückkehren, ihn über die Gefahren der Innenraumhitze von Autos auf aufklären
- Wenn sich das Tier nicht binnen weniger Minuten befreien lässt, die Polizei rufen
- Im Notfall muss auch die Zerstörung der Scheibe in Erwägung gezogen werden
Wie kann man einem überhitzten Hund helfen?
- Den Hund behutsam abkühlen, wenn möglich schnell in den Schatten bringen
- Da das Tier stark dehydriert ist, braucht es dringend wohltemperiertes Wasser, auf keinen Fall kaltes
- Feuchte Umschläge an Beinen und Pfoten helfen: Die Verdunstung des Wassers hilft dabei, die Körpertemperatur zu senken
- Reagiert der Hund nicht und kann nicht mehr selbst trinken, muss er sofort zum Tierarzt, damit die fehlende Flüssigkeit über Infusionen zugeführt werden kann


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