Braunauer Märkte: Wild und vieles mehr
BRAUNAU. Es geht wieder richtig los: Jeden Mittwoch von 7 bis 12 Uhr findet am oberen Stadtplatz der Braunauer Wochenmarkt statt. Auch der Braunauer Bauernmarkt hat wieder viel zu bieten. Von HANNES WAIDBACHER SEN.

Die Funktion eines Marktes besteht darin, Kunden und Anbieter in geeigneter Weise zusammenzubringen. Teilweise werden Märkte mit langer Tradition unter freiem Himmel abgehalten. So auch der Braunauer Wochenmarkt, dessen Vorläufer schon seit der Stadtgründung genannt wird. Allerdings wurde so ein Markt damals Schranne genannt und es gab eine Milchschranne auf der Brücke über den Inn und eine Fleischschranne ungefähr auf dem Platz, an dem heute die alte Kapuzinerkirche steht. Schranne bedeutete aber auch Gerichtsort, was wieder auf das germanische Taiding (erste Stufe der Dorfgerichtsbarkeit) zurückgeht. Um einen Markt abhalten zu können, brauchte es die Bewilligung des Landesfürsten und war somit ein wirtschaftliches Privileg. Auch als das Innviertel zu Österreich kam, bestand der Wochenmarkt weiter. Unterbrochen wurde er nur während des Zweiten Weltkrieges.
Es gibt also eine lange Tradition. Heute gibt es am Markt ein reichhaltiges Angebot, er ist aber auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt. Während der Weihnachtszeit gönnten sich einige Standler eine Pause, aber jetzt geht es wieder richtig los.
Käsekrainer und Bratwürstel aus Damwildfleisch
Seit einiger Zeit gibt es am Braunauer Wochenmarkt wieder Wildfleisch. Lange Zeit war die Familie Steiner aus Hochburg Wildfleischproduzent, aber als Anni aufhörte, gab es eine längere Pause. Diese Lücke füllen nun Eveline und Wolfgang aus Kirchberg b. M., genauer aus Buch, sehr gut aus. Sie betreiben ein Gatter mit circa 20 Tieren, denen es sehr gut geht. Grünes Gras, Heu und viel Bewegung sorgen für gesundes, zartes Wildfleisch. Wolfgang versteht es aber auch, aus diesem wertvollen Rohprodukt gute Würste zu machen, die am Bauernmarkt verkauft werden. Damit er nicht einsam ist, steht seine Partnerin Eveline am Stand neben ihm und bietet die weiße Palette, also Milch und Milchprodukte der Familie Höflmaier, Biokäserei in Kerschham. Darunter sind preisgekrönte Käsesorten wie Bioemmentaler oder Biotilsiter. Man könnte sagen: Milch und Fleisch verstehen sich gut. Zur Verkostung gibt es am Freitag Käsekrainer und Bratwürste aus Damwildfleisch. Der Roaser hat es schon probiert. Es schmeckt köstlich.


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