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57 Prozent der von Armut betroffenen Personen im Bezirk Braunau sind Frauen

Sabrina Antlinger, 08.04.2026 09:23

BEZIRK BRAUNAU. Steigende Lebenshaltungskosten und fehlende Kinderbetreuung bringen viele Frauen zunehmend in finanzielle Not. Das zeigt die aktuelle Bilanz der Caritas Oberösterreich: Im Vorjahr wurden im Bezirk Braunau 143 Personen unterstützt, davon 57 Prozent Frauen. Zusätzlich waren 114 Kinder betroffen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Jahr davor.

Sandra Bergwinkl von der Caritas-Sozialberatungsstelle Braunau (Foto: Caritas)
Sandra Bergwinkl von der Caritas-Sozialberatungsstelle Braunau (Foto: Caritas)

Besonders Alleinerziehende geraten rasch unter Druck. Ein Beispiel ist eine Mutter aus dem Bezirk: Seit Anfang 2025 arbeitet sie 30 Wochenstunden bei einer Reinigungsfirma, mehr lässt sich mit den Betreuungszeiten ihrer beiden Kinder (drei und zehn Jahre alt) nicht vereinbaren. Trotz ihres Einsatzes reicht das Einkommen kaum für das Nötigste. Der dreiköpfigen Familie stehen rund 1.970 Euro monatlich zur Verfügung. Allein für Miete und Strom fallen über 900 Euro an. Nach Abzug der Fixkosten bleiben der Familie etwa 790 Euro zum Leben – das sind rund 263 Euro pro Person im Monat bzw. weniger als neun Euro pro Tag.

Zusätzlicher Druck entstand durch Schulden aus der Zeit nach der Karenz, als mangels Kinderbetreuungsplatz weder Erwerbsarbeit noch Arbeitslosengeldbezug möglich waren. Ein Kontoüberzug war die Folge. In dieser belastenden Situation erhielt die zweifache Mutter Unterstützung von der Caritas, in Form von Beratung, Lebensmittelgutscheinen und finanziellen Entlastungen. „Der Fall dieser Dame zeigt, wie schnell Frauen trotz Arbeit und aufgrund der Kinderbetreuung in existenzielle Not geraten können. Niederschwellige Beratung und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sind entscheidend“, sagt Caritas-Sozialberaterin Sandra Bergwinkl.


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