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BRAUNAU. Unternehmenserfolge beruhen auf der Leistung der Arbeitnehmer, betont die Arbeiterkammer, doch diese würden dabei immer ausgeblendet. Um auch sie vor den Vorhang zu holen, präsentiert sie die Leistungsbilanz der Beschäftigten.

AK-Präsident Johann Kalliauer (l.) und Bezirksstellenleiter Stefan Wimmer Foto: AK OÖ
AK-Präsident Johann Kalliauer (l.) und Bezirksstellenleiter Stefan Wimmer Foto: AK OÖ

Für die Leistungsbilanz der Beschäftigten im Bezirk hat die Arbeiterkammer Braunau unter anderem 36 ausgewählte Unternehmen mit mehr als 49 Beschäftigten genauer betrachtet. Dabei zeigte sich: Die Pro-Kopf-Wertschöpfung lag im Jahr 2015 bei fast 99.000 Euro. „Zieht man davon die durchschnittlichen Personalkosten ab, bleiben immer noch fast 43.000 Euro pro Mitarbeiter“, erklärt Bezirksstellenleiter Stefan Wimmer. Damit steht Braunau nach Linz im Bezirksvergleich an zweiter Stelle.

Starke Sachgütererzeugung

Generell brauche sich Braunau nicht zu verstecken, erklärt Wimmer, in vielen Bereichen ist der Bezirk ganz vorne dabei. So arbeiten hier mit 41,5 Prozent die meisten Menschen in Oberösterreich im Sektor Sachgütererzeugung. Auch die Beschäftigungsentwicklung ist besser als der Landesdurchschnitt, insbesondere bei Frauen, die von 2008 bis 2016 einen Zuwachs von 13,1 Prozent verzeichneten. Die Beschäftigten bekommen im Bezirk Braunau ein mittleres Bruttoeinkommen von 2237 Euro monatlich. Das ist Platz drei im Oberösterreich-Vergleich.

189 Millionen Euro Lohnsteuer

Beeindruckend: Die Braunauer Beschäftigten zahlen 189 Millionen Euro Lohnsteuer jährlich. Das sind fast genau so viele wie jene aus Ried und Schärding zusammen. Erfreulich seien auch die sinkenden Arbeitslosenzahlen, einzig die Arbeitslosen 50+ bereiten noch Sorgen, erklärt Wimmer. Was die Bilanz auch zeigt: Die Beschäftigten nehmen häufig lange Arbeitswege und Überstunden – auch unbezahlt – auf sich. Das spreche laut Wimmer für eine hohe Flexibilität.

40 Millionen Überstunden

Mehr als eine Milliarde Arbeitsstunden haben Oberösterreichs Beschäftigte im Jahr 2016 geleistet. Davon waren 40 Millionen Mehr- und Überstunden. Die Arbeiterkammer schätzt, dass mehr als ein Fünftel davon - das sind rund 8,2 Millionen Stunden - nicht abgegolten wurden, weder in Zeit noch in Geld. „Die Arbeitnehmer akzeptieren dies oft, weil sie sich mit ihrem Unternehmen identifizieren“, erklärt Wimmer, zudem zeige dies ein hohes Maß an Flexibilität.

Weite Arbeitswege

Die Flexibilität der Arbeitnehmer schlägt wird auch in Hinblick auf ihre Arbeitswege deutlich. Im Bezirk Braunau pendeln rund 31 Prozent der Beschäftigten jeden Tag mehr als 40 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz und rund acht Prozent legen sogar mehr als 100 Kilometer Wegstrecke - einfach wohlgemerkt - zurück. Der Anteil der Bezirksauspendler beträgt bei den Männern 38 Prozent und bei den Frauen 31 Prozent. Rund sieben Prozent der Arbeitnehmer pendeln ins Ausland.

Mit Vollzeit weniger als 1700 Euro

Trotz ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung verdienten über 3800 Beschäftigte im Bezirk Braunau - davon mehr als die Hälfte Frauen - im Jahr 2015 weniger als 1700 Euro brutto. Generell gesehen verdienen Frauen im Bezirk Braunau um 25 Prozent weniger als Männer. Im landesweiten Bezirksvergleich liegt Braunau bei der Höhe der Fraueneinkommen auf dem 16. Platz von insgesamt 18. 


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