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„Die Stadt Braunau ist ein absolutes Vorbild in Sachen Integrationsarbeit“

Alexander Kobler, 09.11.2019 10:33

BEZIRK BRAUNAU. Die Stadt Braunau und in weiterer Folge auch der gesamte Bezirk sollen ein Vorbild in Sachen Arbeitsmigration werden. Im Rahmen eines Pressegespräches wurden die geplanten Maßnahmen und das Vorhaben dieses Projekts im Braunauer Rathaus diese Woche vorgestellt.

Rudi Anschober (v.l.), Carmen Stoichitescu, Kata Dilber und Johannes Waidbacher bei der Pressekonferenz im Braunauer Rathaus Foto; Tips/Kobler

„Der Arbeitsmarkt im Bezirk Braunau braucht den Zuzug als zusätzliche Arbeits- und Fachkräfte“, stellte Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP) im Rahmen eines Pressegespräches im Braunauer Rathaus an diesem Mittwoch fest. Vorgestellt wurde dabei das neue österreichweite Pilotprojekt zum Thema Arbeitsmigration, dass zunächst in der Stadt Braunau starten wird und in weiterer Folge auch auf Gemeindeebene greifen soll. Um das Pilotprojekt vorzustellen war neben Kata Dilber vom Integrationsfonds und Carmen Stoichitescu von der Volkshilfe auch Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) in die Bezirkshauptstadt gekommen. „Die Stadt Braunau ist ein absolutes Vorbild in Sachen Integrationsarbeit“, betonte Anschober.

Neues Begegnungszentrum von entscheidender Bedeutung

Speziell das neue Braunauer Begegnungszentrum sehen sowohl Anschober als auch Waidbacher als Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg des Projekts. Es soll ein Ort für gemeinsame Aktivitäten aller Nationen sein. Besonders hoch liegt der Anteil des Zuzugs in Braunau bei Menschen aus Rumänien. Alleine zwischen 2010 und 2018 sind 944 Rumänen nach Braunau gezogen, hinzu kommen 570 Serben.

Auftaktveranstaltung am 18. November

Auf die größte Gruppe, die Rumänen, will man speziell bei der Auftaktveranstaltung des Pilotprojekts zur Arbeitsmigration eingehen. Am Montag, 18. November, findet dazu zwischen 18 und 22 Uhr im Braunauer Veranstaltungszentrum eine Informationsveranstaltung statt zu der neben Waidbacher und Anschober auch viele wichtige Ansprechpartner der beteiligten Organisationen und der Wirtschaft kommen. Ziel des Abends ist es die Fragen und Bedürfnisse der rumänischen Bürger zu erkennen und ihnen der Folge bestmöglich mit entsprechenden Angeboten zur Integration und Hilfestellungen zur Seite zu stehen. Vorgestellt werden hier auch weitere Termine und Maßnahmen. Anschober betonte außerdem, dass man jetzt nicht den Fehler der Gastarbeiter-Generation aus den 60er und 70er Jahre machen dürfe, wo die Menschen ausländischer Herkunft nicht richtig integriert wurden, sondern in Parallelgesellschaften lebten. Ziel sei es laut dem Landesrat deshalb, die Menschen so zu unterstützen, dass sie sich in ihrer neuen Heimat richtig verwurzeln und zu Hause fühlen können. Insgesamt liegt der Anteil von Menschen mit ausländischer Herkunft im Bezirk Braunau im Jahr 2019 bei 19,9 Prozent. Probleme oder Konflikte im Zusammenleben habe Braunaus Bürgermeister Waidbacher bisher nicht festellen können. Ein entscheidender Faktor, da waren sich alle Beteiligten einig, sei das Erlernen der Sprache.

Bedarf an Fachkräften wird weiter steigen

Der Bedarf einer geeigneten und erfolgreichen Arbeitsmigration macht sich alleine daran fest, dass bis zum Jahr 2030 alleine Oberösterreich 127.000 Fachkräfte fehlen werden. Auch viele Firmen haben bereits sehr positiv auf die geplanten Maßnahmen reagiert. 

Ein weiterer, erster wichtiger Termin findet am Freitag, 22. November im Braunauer Begegnungszentrum statt. Der Integrationsfonds bietet hier zwischen 9 und 14 Uhr einen offenen Beratungstag für ausländische Mitbürger an.


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